Android 4: der Durchbruch?

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Weder bei Unternehmen noch im Tablet-Markt konnte Android bisher überzeugen. Android 3 war rein für Tablets entwickelt worden, die Version 2.3 war die letzte Smartphone-Version. Smartphone-Apps auf dem Tablet waren in der Regel nicht akzeptabel und die Verfügbarkeit von reinen Tablet-Apps ist so gering, dass die verkauften 4 Millionen Exemplare wohl überwiegend Testgeräte waren oder an Neugierige gegangen sind. Für den Einsatz im Unternehmen fehlen bisher die VPN-Verbindung eine einheitliche Mail-Client inkl. Exchange-Integration und vor allem essenzielle Sicherheitsfunktionen wie Remote-Wipe und die lokale Verschlüsselung mit PIN-Codes. Hat sich das nun mit Version 4, die am 19.10. vorgestellt wurde, verändert?

Nun erst einmal muss man wohl aus professioneller Sicht die Version 4 als die erste richtige Android-Version betrachten. Zum ersten Mal wurden Smartphone und Tablet-Umgebung zusammengefasst, einen Unterschied in den Applikationen soll es nach entsprechender Anpassung nicht mehr geben. wesentliche Funktionen liegen weiterhin in den Entwickler-Schnittstellen, so dass auch weiterhin verschiedene Umsetzungen von Samsung oder HTC oder anderen Anbietern zu erwarten sind. Dies wird weiterhin dazu führen, dass Upgrades nicht einheitlich sondern nach Gerätetyp und Gerätehersteller erfolgen und im Zweifelsfall deutlich verzögert sein können. Zwar hat Google am rückständigen Design nachgebessert und Android 4 kommt zum ersten Mal in einer vollständig anmutenden Form, aber die diversen Hardwareanbieter werden vermutlich weiterhin im Sinne des eigenen Brandings die Oberfläche anpassen.

Erste Tests werden erst möglich sein, wenn das neue Samsung-Geräte, das zusammen mit Google entwickelt wurde, auf den Markt kommt. Der Preis wird mit voraussichtlich über 600 USD auf iPhone-Niveau liegen. Das Display des Samsungs ist größer als das des iPhones und es kommt das schon bekannte sehr schöne und farbintensive Samsung-Display zum Einsatz. Aber wie auch bisher wird es auch in Zukunft sehr verschiedene Geräteklassen und allen Preisklassen auf der Basis von Android 4 geben.

Auf der Seite der Nutzbarkeit für Unternehmen hat sich die Situation verbessert. Es gibt jetzt ein VPN-API, so dass Cisco und andere ihren VPN-Client anpassen können. Auch wurde der Mail-Client überarbeitet und unterstützt jetzt auch Exchange. Das Meldungssystem wurde verbessert und nach wie vor können Benutzer ihre Home-Anzeige intensiv gestalten. Es gibt sowohl einen PIN mit Verschlüsselung als auch ein Login über eine Gesichtserkennung, allerdings wurde bisher kein Remote-Wipe vorgestellt. Auch eine zentrale Schnittstelle zur Konfiguration durch einen Admin scheint zu fehlen, aber hier müssen weitere Details abgewartet werden.

In Summe macht die Version 4 keinen schlechten Eindruck und stellt sicher auch aus Unternehmenssicht einen Schritt in die richtige Richtung dar. Auf iPhone-Niveau ist das Geräte im Sinne eines Unternehmens-Einsatzes sicher noch nicht. Für den Tablet-Betrieb wird zudem von entscheidender Bedeutung sein, welche Apps zur Verfügung stehen. Da es in den Unternehmen nicht um die Verfügbarkeit von Spielen sondern vor allem um Kommunikationsfunktionen und den Zugriff auf zentrale Daten geht, sind die entsprechenden und auf den Tablet-Betrieb optimierten Apps von zentraler Bedeutung.

 

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