Apple iOS5: Risiko für Unternehmen?

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iOS5 wird bei den IT-Betreibern in den Unternehmens sicher sehr gespaltene Gefühle hinterlassen. Zum einen hat Apple die zentrale Administration der iPhones weiter verbessert und gestattet vor allem jetzt den Stückzahl-Einkauf und die Installation von Apps durch Unternehmen. Dies ist ein gewaltiger Schritt vorwärts. Gleichzeitig bündelt Apple iOS5 untrennbar mit iCloud und entzieht diesen Bereich der zentralen Steuerung durch die Unternehmen. Was ist zu tun?

iCloud synchronisiert Inhalte auf dem iPhone automatisch mit den iCloud-Servern und anderen Geräten des Benutzers. Damit werden ggf. auch ungewollt oder unkontrolliert Unternehmensdaten übertragen. Zum einen kann dies ein rechtliches Problem sein, wenn dabei Personendaten betroffen sind und die Übertragung eigentlich einen Vertrag zwischen Apple und dem Unternehmen erfordern würde (den es nicht gibt). Zum anderen entzieht sich der gesamte Vorgang der Kontrolle und kann zu Problemen führen, wenn Mitarbeiter ausscheiden oder Dritte Zugang zu den ggf. nicht überwachten Endgeräten eines Benutzers bekommen. Da mit dem iCloud-Dienst auch einige seit Jahren in Diskussion befindliche Probleme neue Aktualität bekommen, muss dieses Risiko ernst genommen werden. Viele Apple-Kunden haben getrennte Apple-Accounts für iTunes und für die anderen von Apple angebotenen Dienste (Beispiel MobileMe). Die iTunes-Accounts werden aber häufig als Familien-Accounts zum Kaufen von Musik und Spielen betrieben. Wenn ein solcher Account jetzt nach iCloud transferiert wird und darunter Unternehmensdaten bearbeitet werden, kann ein Zugriff für einen größeren Personenkreis entstehen.

Daraus könnte man nun direkt schließen, dass iCloud für Unternehmen ein K.O.-Kriterium sein kann. Tatsächlich ist iCloud aber natürlich nur einer der in der Cloud vorhandenen Dienste. Alle dieser Dienste sind über Web-Browser zugänglich. Wenn also ein Benutzer Unternehmensdaten in der Cloud im weitesten Sinne speichern will, kann das Unternehmen dies praktisch und technisch nicht verhindern. Mit jedem Amazon-Account ist mittlerweise kostenfreier Speicherplatz bei Amazon verbunden, Dienste wie Dropbox und Sugarsync sind weitverbreitet und ebenfalls kostenfrei.

Von daher gesehen ist der erste Ansatzpunkt, dass Unternehmen zur Handhabung ihrer Daten klare und verbindliche Regeln aufstellen. Diese Regeln mögen in der ersten Stufe technisch nicht erzwingbar sein, aber sie können an vertragliche und arbeitsrechtliche Vereinbarungen gebunden sein.

Der zweite Ansatzpunkt ist die unbedingte Notwendigkeit die Nutzung von Geräten zu klären, die sowohl für private als auch für geschäftliche Anwendungen zum Einsatz kommen. Dies können durch ein Unternehmen bereitgestellte Smartphones und Tablet-Computer sein oder im schlimmsten Fall Geräte, die den Benutzern gehören. Gerade in Unternehmen mit starken Restriktionen und veralteten IT-Umgebungen werden Anwender zunehmend dazu übergehen, einfach ihr iPad mitzubringen, um den zum Teil völlig überholten Altsystemen des Unternehmens aus dem Weg zu gehen. Dies bedarf einer dringenden Klärung.

Ist iOS5 also für Unternehmen besser oder schlechter geeignet als bisher? Im Endeffekt werden durch diese neue Version viele Fragen akut, die seit langer Zeit ungelöst vor sich hin schwelen. Dies ist nicht wirklich ein iOS5-Problem, aber die Nutzung des iCloud-Dienstes verschärft die Situation. Allerdings ist man bei Android auch mit Version 4 nicht besser aufgehoben. Tatsächlich ist Android noch um Klassen weniger für den Unternehmenseinsatz geeignet. Also doch wieder zurück zum Blackberry?

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