Apple und IBM: was soll das?

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Apple steigt in den Enterprise-Markt ein. Und der Partner dafür wird IBM sein. Auf den ersten Blick sieht diese Ankündigung harmlos aus. Aber schon die Art der Ankündigung durch Tim Cook und Virginia Rometty – beide CEO ihrer Unternehmen – zeigt, auf welchem Niveau die Ankündigung stattfindet. Also was bedeutet dies?

Tatsächlich ist die Zusammenarbeit ein Mega-Deal, dessen Tragweite nicht unterschätzt werden darf. IBM liefert mit Big-Data-Analysen und Cloud-RZ-Infrastrukturen die Intelligenz und Apple liefert die Endgeräte dazu. Herausragend dabei:

  • IBM sieht als Endgeräte für seine Cloud- und Big-Data-Applikationen IOS-Mobilgeräte, speziell das iPad. Würde es noch einer Bestätigung bedürfen, dass wir vor einer neuen Generation von IT-Architekturen stehen, hier wäre sie. Hier wird deutlich, was auch Satya Nadella – der CEO von Microsoft – in seiner Mail an die Mitarbeiter in der letzten Woche gemeint hat: wir stehen am Anfang eines neuen Zeitalters und Cloud-Applikationen und Mobilität sind die Kernelemente der Zukunft (siehe: http://bits.blogs.nytimes.com/2014/07/10/satya-nadella-says-changes-are-coming-to-microsoft/)
  • diese Zusammenarbeit zwischen IBM und Apple ist eine Entscheidung gegen die klassischen Architekturen mit PCs im Mittelpunkt. Hier geht es darum, dass Cloud-Anwendungen direkt mobilen Teilnehmern zuarbeiten

Im Vordergrund der Zusammenarbeit scheinen Big-Data- und Business-Intelligence-Anwendungen zu stehen. Applikationen zur optimierten Berechnung des Spritbedarfs für Piloten wurde im Interview als Beispiel genannt. Das Endgerät ist in jedem Fall ein IOS-Gerät, sei es ein iPhone oder ein iPad, bei der gegebenen Art der Anwendungen wird es vornehmlich um iPads gehen.

Damit wird die Tür zu den Unternehmen für das iPad weiter geöffnet. Dabei werden gleichzeitig wichtige Probleme der Vergangenheit gelöst:

  • IBM liefert nicht nur die Geräte, sondern auch den Service inkl. Hot-Line und Trouble-Shooting
  • IBM bindet das ein in eine komplette Architektur des Mobile-Device-Managements und liefert entsprechende Projekte schlüsselfertig. Beispiele wie Piloten oder Versicherungs-Vertreter zeigen die Dimension einer solchen Lösung

Apple und IBM ergänzen sich ideal. Seit IBM sein Endgeräte-Geschäft an Lenovo abgestoßen hat, ist dieser Marktbereich bei IBM nicht mehr abgedeckt (außer durch Service-basierte Projekte). Nun erhält IBM einen direkten Zugang zu dem riesigen Zukunftsmarkt der mobilen Endgeräte. Dieser Zugang wäre natürlich auch ohne Apple möglich gewesen, iPad kann man schließlich überall kaufen, aber durch die Zusammenarbeit erhält IBM einen exklusiven und direkten Zugang zu den Apple-Entwicklern und kann zum einen seine Applikationen besser gestalten und zum anderen Einfluss auf zukünftige Generationen von IOS nehmen.

IBM wird in der Zusammenarbeit einen weiteren wichtigen Part übernehmen. Je kritischer die zu nutzenden Daten sind umso zurückhaltender sind Unternehmen, diese Daten auf mobilen Geräten verfügbar zu machen. Sicherheit und Mobilität sind große Herausforderungen. Hier hat sich IBM nun mit der Ankündigung festgelegt: IBM wird eine Sicherheits-Architektur für kritische Daten auf IOS liefern, so dass Unternehmen mehr Vertrauen in die Nutzung mobiler Geräte setzen können. Die Rolle von IBM in dieser Partnerschaft liegt eben nicht nur im Vertrieb von iPads, hier geht es um die Schaffung eines Mehrwerts auf der Ebene IOS, der iPhone und iPad auch in den kritischsten Bereichen nutzbar macht.

Was Satya Nadella in seiner Email mehr diffus für die Zukunft von Microsoft angedeutet hat wird hier Realität: neue IT-Architekturen, durchgehend von der Umsetzung komplexer und rechenintensiver Anwendungen wie Big-Data und endend auf mobilen Endgeräten, so dass wichtige Prozessdaten direkt im Feld für die betroffenen Mitarbeiter verfügbar sind. Die Airline-Industrie ist dabei nur ein Beispiel, der gesamte Markt der Produktions-Vorbereitung und Steuerung ist betroffen. Auch Service-Industrien wie Versicherungen werden neue Lösungen sehen, angefangen bei der Risiko-Kalkulation einer neuen Police bis hin zum Schadens-Sachverständigen.

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