BYOD: unumkehrbarer, dauerhafter Trend

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Es bestehen eigentlich nur noch geringe Zweifel daran, dass die Mitarbeiter den gesamten Gerätezoo, den sie schon zuhause haben, auch im Unternehmen nutzen möchten. Auch wenn es bis zum heutigen Tage keine einzige Untersuchung gibt, die wirklich nachweisen kann, dass der Einsatz privater Smartphones oder Tablets für die Anwendung in einem Unternehmen unter Berücksichtigung der notwendigen infrastrukturellen Maßnahmen von der flächendeckenden Wireless-Versorgung über die Einbindung in die DV-Landschaft des Unternehmens bis hin zu der Implementierung der notwendigen zusätzlichen Sicherheitsfunktionen einen messbaren wirtschaftlichen Vorteil gegenüber einem leichten Notebook hat, werden dennoch genau diese Geräte die Unternehmen stürmen und zwar einfach deshalb, weil die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter das möchte und die Mehrheit der Verantwortlichen keine wirklichen Einwände dagegen hat, weil es eine Reihe von „Soft-Factors“ gibt, die einfach deutlich für BYOD sprechen.

Es wird Religionskriege über iOS versus Android und sogar einzelne Versionen geben und man kann einem Unternehmen eigentlich nur raten, sich von Beginn an darauf einzustellen, dass mindestens beides kommen wird. Denn der aktuelle Vorsprung von iOS basiert primär auf Funktionen, die für den Privatbereich „hip“ und „in“ sind. Das kann mit dem Weihnachtsgeschäft schon kippen, genau so, wie der Vormarsch von Android auf dem Smartphone-Markt vor allem dadurch begünstigt wird, dass sich die Provider zunehmend weigern, die iPhones so hoch zu subventionieren wie noch bis vor Kurzem. Also, das sind alles keine sinnvollen Planungsgrundlagen.

Traditionell überschatten in Deutschland die Bedenkenbereiche die Sicht auf die möglichen Chancen. Das sieht z.B. in den USA völlig anders aus.

Cisco Systems hat am schon im Mai 2012 die Ergebnisse der Cisco ISBG Horizons Studie zum Thema BYOD vorgestellt. Für diese Studie wurden 600 IT-Führungskräfte in den USA befragt. Es zeigt sich , dass die IT nicht nur BYOD als Realität in den Unternehmen insgesamt akzeptiert, sondern teilweise auch freudig begrüßt.

Die Studie zeigt einige quantifizierbare Vorzüge, aber auch die entstehende Komplexität, wenn man Mitarbeitern erlaubt, die eigenen Geräte mit in die Unternehmen zu bringen und an die Unternehmensnetze anzuschließen.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die überwiegende Mehrheit der Unternehmen schon heute BYOD in den Unternehmen zulässt. Eine beeindruckende Mehrheit von 95% sagt, dass die Unternehmen den Mitarbeitern die Nutzung eigener Geräte „irgendwie“ zur Gestaltung ihrer Arbeit erlauben.

Die Studie hat weiterhin herausgefunden, dass die durchschnittliche Anzahl von Geräten, die ein Mitarbeiter, der hautsächlich auf der Grundlage von Informationen arbeitet, von heute 2,8 auf 3,3 in 2014 angestiegen sein wird. IT Manager wägen die Kosten für die notwendigen Sicherheitsfunktionen und die Bedenken hinsichtlich einer sinnvollen Unterstützung der Geräte gegen das offensichtlich sehr reale Potential ab, aus dem BYOD-Trend signifikante Kostenvorteile und Produktivitätsgewinne zu erzielen.

Weiterhin nimmt man an, dass BOYD in gewisser Weise nur ein Tor zu wesentlich größeren geschäftlichen Vorteilen ist. Über drei Viertel (76%) der IT-Verantwortlichen stuften BYOD als „irgendwie“ bis „extrem“ positiv für ihre Unternehmen ein, obwohl sie gleichzeitig eine Reihe von Herausforderungen sehen. Dies unterstreicht, dass BYOD keine vorübergehende Erscheinung, sondern ein dauerhafter Ansatz ist, für den die IT-Manager jetzt einen holistischen Ansatz finden müssen. Dieser Ansatz muss skalierbar sein und Mobilität, Sicherheit, Virtualisierung und Network Policy Management adressieren, um die Betriebskosten im Rahmen zu lassen während man gleichzeitig auch aus der Betriebserfahrung die Stellen identifiziert, an denen die größten Kosteneinsparungen realisiert werden können.

Diese Forschungsergebnisse unterstützen die Annahme, dass sich die Mobilitäts-Strategie nicht nur auf BYOD beschränken darf, sondern Lösungen für Service Provider Mobilität, Mobilität von Unternehmen, Sicherheit, Kollaboration und Desktop Virtualisierung enthalten muss.

Schlüssel-Ergebnisse der Studie sind:

95 % der Unternehmen erlauben ihren Mitarbeitern in irgendeiner Form die Nutzung eigener Geräte für die Gestaltung ihrer täglichen Arbeit.

84% erlauben nicht nur die Nutzung Mitarbeiter-eigener Geräte, sondern bieten auch in einem gewissen Level Support.

36% der Unternehmen bieten vollständigen Support für jedes Gerät (Smartphone, Tablet, Laptop) was der Mitarbeiter mit an seinen Arbeitsplatz bringt.

78% der Büromitarbeiter in den USA nutzen ein mobiles Gerät für ihre Arbeit.

65% der Büromitarbeiter in den USA verlangen eine mobile Anbindung für die Erledigung ihrer Arbeit.

76 % der IT-Verantwortlichen sehen in der „Consumerization“, wie BYOD in den USA wegen der Einbeziehung von Geräten, die primär für den Consumer Markt gemacht wurden, auch genannt wird, positive bis extrem positive Einflüsse auf das Unternehmen.

Die zwei Hauptpunkte hierbei sind die verbesserte Produktivität durch die Bereitstellung von mehr Kollaborationsmöglichkeiten für die Beschäftigten und die Steigerung der Zufriedenheit der Mitarbeiter mit ihrem Job.

Mitarbeiter möchten zunehmend auf ihre eigene Art arbeiten und greifen BYOD gerne auf, um ihre Erfahrungen mit der Mobilität bei der Arbeit einzubringen. Für 40% der Mitarbeiter ist die freie Auswahl des Gerätes, was sie mobil nutzen möchten, die TOP-Priorität bei BOYD. An zweiter Stelle steht die Möglichkeit, während der Arbeitszeit auch kurz mal private Dinge erledigen zu können und während der Freizeit sozusagen im Gegenzug etwas für den Job zu machen.

69% der befragten Mitarbeiter sehen vom Unternehmen nicht genehmigte Anwendungen z.B. im Bereich von Social Networks, Cloud-basierter eMail oder Instant Messaging als zunehmendes Hindernis für ihre Arbeit an, weil die Bedeutung dieser Anwendung in den letzten Jahren stark gestiegen sei. Mitarbeiter sind durchaus bereit, in die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen zu investieren. Mitarbeiter von Cisco selbst bezahlen durchschnittlich ca. 600 US$ pro Jahr aus eigener Tasche für diesen Zweck. Dem Unternehmen kommt natürlich zugute, dass die Mitarbeiter sich aus Eigenmotivation mit den Möglichkeiten der Geräte und Anwendungen auch in ihrer Freizeit befassen. Dadurch entsteht ein Mehrwert für das Unternehmen, den Cisco IBSG auf 300 – 1300 US$ pro Mitarbeiter und Jahr beziffert, je nachdem, was der Mitarbeiter für eine Aufgabe im Unternehmen hat.

Die Teilnehmer der Studie betrachten Sicherheit und IT-Support als die primären Problembereiche von BYOD. Die wuchernde Ausbreitung von Endgeräten erfordert neue Richtlinien, um die Kosten in Grenzen zu halten. Nach den Ergebnissen der Cisco-Studie entstehen nur 14% der Kosten durch die eigentliche Hardware.

In diesem Zusammenhang erkennen die Unternehmen zunehmend mögliche Vorteile der Desktop-Virtualisierung. 98% der Befragten kannten das Konzept der Desktop-Virtualisierung, 68% meinten, dass die Arbeit der Büromitarbeiter durchaus geeignet für die Einführung von Desktop-Virtualisierung sei und immerhin 50% sagten, dass sich das Unternehmen bereits mit der Entwicklung einer Strategie für die Desktop-Virtualisierung befasst.

Es wurden drei Hauptbereiche identifiziert, in denen die Desktop-Virtualisierung Vorteile bringen kann oder wird:

  1. Kontinuität bei der Erledigung von Aufgaben. Mitarbeiter können Anwendungen von unterschiedlichen Orten aus einheitlich erreichen und dabei sogar unterschiedliche Geräte benutzen, wenn z.B. ein Server in die Knie geht.
  2. Produktivität der Mitarbeiter
  3. Beherrschung der IT-Kosten

Ein weiterer Bereich sind natürlich Instrumente für die Verbesserung des Datenschutzes.

Der Hersteller Cisco hat jedenfalls aus diesen Entwicklungen den Schluss gezogen, eine umfangreiche, natürlich mit seinen Produkten hinterlegte, BYOD-Strategie zu entwickeln und bleibt damit sicherlich nicht alleine. Es wird also für die Unternehmen, die das bis jetzt versäumt haben, höchste Zeit, in diese Thematik einzusteigen.

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