Die Wirtschaftlichkeit von Intranets

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Teil 46 von 71 aus der Serie "Professionelle Datenkommunikation"
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Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit stellt sich heute vor dem Horizont allfälliger Bedrohungen durch einen verschärften Wettbewerb und die Globalisierung der Märkte sowie die schwindelerregende technische Entwicklung heute mehr denn je. Gerade neue Konzepte wie Intranet müssen schon im Vorfeld auf mögliche Vor- und Nachteile untersucht werden, damit nicht noch einmal das Gleiche wie beim Client/Server-Betriebskostenchaos passiert.

Tatsache ist, dass die Intranet-Technologien das Potential haben, bestehende Systemgrenzen vollständig zu überwinden. Und das ist die Grundlage für ihre Wirtschaftlichkeit, aber auch ein Gefahrenpotential.

Es war lange Zeit durchaus möglich und üblich, dass in einem Unternehmen für Lager- und Finanzbuchhaltung, Datenbanken, Prozessdatenverarbeitung, Dokumenten-Server und Produktionsdatenverarbeitung, Logistik, Versand und Management-Information unterschiedliche Systeme in Hard- und Software bestehen. Das wesentliche Verdienst z. B. der Fa. SAP sieht dieser Autor vor allem darin, wenigstens »benachbarte« Bereiche durch unterschiedliche Funktionsmodule einer prinzipiell einheitlichen Software abzudecken, die mit der Version R/3 auch moderne Plattformen unterstützt.

Die Intranet-Technologien sind in der Lage, diese Systemgrenzen zu überwinden. Sie können prinzipiell auch nachträglich auf fast allen Rechnern und Systemplattformen installiert werden und diese in bisher ungeahnter Weise integrieren. Durch die Programmierung mit Java können die Funktionserbringer noch wesentlich mehr den Geschäftsprozessen angepasst werden als bisher. Dabei lauert durchaus die Gefahr, dass die Realisierung von Geschäftsprozessen mit Intranet-Technologien in der Planungsphase noch aufwendiger ist als z.B. bei R/3. Es ist nach allen gemachten Erfahrungen aber oft so, dass ein erhöhter Aufwand in der Planung einen verringerten Aufwand im Betrieb nach sich zieht.

Auch für die Netzwerk-Software gibt es bereits einschlägige Erfahrungen, wenn auch hier das Bild zunächst nicht so deutlich ausfällt. Beginnt man mit einem Protokollstack wie NetWare oder SNA und schafft einfache Umgebungen für die Benutzer, so hat man einen sehr geringen Betriebsaufwand, aber schon einen nennenswerten Aufwand für die Organisation der Informationen. Dies weiß jeder, der schon einmal einen NetWare-Server konfigurieren musste oder im SNA eine Gruppe von Benutzern personalisiert hat. Es ergeben sich dadurch schon recht hohe Kosten pro Benutzer, weil man ja mit der Maßnahme der Informations-Organisation zunächst nur relativ wenige Benutzer erreicht (z. B. bei einem LAN-Server ca. 100). Lässt man mehr Protokollstacks zu und auch andere LAN-Server sowie Emulationen auf den Client-PCs, erhöht man den Betriebsaufwand deutlich, der Aufwand für die Organisation der Informationen steigt aber nur gering, weil nicht viel Neues hinzukommt. Man erreicht jetzt mehr Benutzer, die Kosten pro Benutzer steigen allerdings leicht wegen des insgesamt hohen Anteils an Betriebsaufwand, der natürlich auch darin besteht, den Benutzern die neuen Möglichkeiten beizubringen und sie bei der Benutzung zu unterstützen. Die nächste Stufe ist ein heterogenes Großsystem mit mehreren Tausend Benutzern und allem, was es so gibt. Der Aufwand für die Organisation von Informationen steigt der Erfahrung nach wiederum nur wenig, denn die Strukturen auf den unterschiedlichen Systemen sind weitestgehend eingefahren. Man neigt hierbei immer aus Bequemlichkeit dazu, die Probleme den möglichen Lösungen anzupassen. Allerdings erreicht man in dieser Phase den Höhepunkt des Betriebsaufwandes, da man immer mehr dafür tun muss, dass die Benutzer alle Hilfsmittel zur Verfügung haben, die sie benötigen, damit umgehen können und bei Fragen Hilfe finden. Bei sehr vielen Benutzern sinken dann die Kosten pro Benutzer leicht.

Wie wird sich die Situation mit einem Intranet verändern? Setzt man konsequent den Intranet-Protokollstack ein und widmet alle Systeme letztlich zu WWW-Servern um, so wird man den Betriebsaufwand dramatisch senken können: es ist nur noch ein Protokollstack zu pflegen, setzt man passende Endgeräte ein, verbessert sich deren Pflege, alle arbeiten mit den gleichen Tools, also wird sich mit der Zeit der Betreuungsaufwand wesentlich senken usf..

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