Distributed Virtual Routing (DVR)

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Überblick
Eine wesentliche Eigenschaft einer Fabric ist es, dass Endgeräte, seien sie drahtgebunden, drahtlos oder auch virtuelle Maschinen, sich physikalisch zu jedem Punkt innerhalb der Fabric-Domäne bewegen können, ohne ihre IP-Adresse oder die Zugehörigkeit zu ihrem VLAN zu verlieren. Für die Kommunikation außerhalb ihres VLANs wird jedoch ein Router (Default Gateway) benötigt, der sich typischerweise nicht mit den Endgeräten mitbewegt. Dies führt schnell zu unnötigem Netzwerkverkehr (Tromboning), der die Zwischenstrecken u.U. auch überlasten kann.

Distributed Virtual Routing ermöglicht eine einstufige Routingarchitektur, d.h. die Routing-Funktion (also das virtuelle Default Gateway) befindet sich immer auf dem nächsten Netzwerkknoten. Dadurch steht überall nicht nur L2-Switching sondern auch Routing auf dem optimalen Weg zur Verfügung.

Diese einfache und hochgradig skalierbare Lösung macht es nicht nur für große Datacenter-Architekturen sondern auch für Unternehmens-Netzwerke zu einer attraktiven Lösung.

Mobile Geräte sind eine Herausforderung für das Netzwerk
Wenn sich Geräte innerhalb der Netzwerkinfrastruktur bewegen, unabhängig davon, ob es sich um virtuelle Maschinen oder mobile Endgeräte im WLAN einer Unternehmensinfrastruktur handelt, stehen sie vor dem gleichen Problem. Um die Netzwerkanbindung unterbrechungsfrei zu halten, müssen sie ihre IP-Adresse behalten – und dies unabhängig von ihrem Aufenthaltsort oder dem Netzwerkzugangspunkt.

Innerhalb der Netzwerkumgebung wird dies durch die Ausdehnung des IP-Subnetzes hin zu dem Ort, an dem sich das Gerät aufhält, durchgeführt. Das Ergebnis ist, dass sich innerhalb eines Unternehmensnetzes oder eines Datacenters sich die IP-Subnetze weit über die physikalischen Topologien erstrecken können.

Fabric Technologien wie z.B. Avaya Fabric Connect auf Basis von IEEE 802.1aq Shortest Path Bridging ermöglichen auf einfache und elegante Weise die Ausdehnung von L2-Domänen (und damit von IP-Subnetzen) ohne den riskanten Einsatz von Spanning Tree.

Die Herausforderung, die netzwerkseitig bestehen bleibt, ist der Austrittspunkt aus dem IP-Subnetz, d.h. der Default Router. Wenn das Subnetz nur einen (oder zwei) Default Router hat, dann befindet sich dieser typischerweise die meiste Zeit „am falschen Ort“ was dazu führt, dass der Datenverkehr teilweise doppelt durch das Netzwerk geführt wird (Tromboning). Dies führt neben höheren Latenzzeiten und unnützem Verbrauch von Bandbreite auch zu schwierigerer Fehlersuche im Falle einer Störung.

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