ENUM – Mittler zwischen Tradition und Neuzeit

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Der Begriff ENUM taucht zuweilen im Zusammenhang mit der SIP-Telefonie auf. Allerdings scheint es sich bei ENUM nicht um eine Technik zu handeln, die man für neuartige Telefonie unbedingt braucht. Moderne Telefonanlagen funktionieren, ohne dass irgendjemand dazu ENUM konfigurieren müsste. Nicht einmal in den vergangenen Jahrgängen des Netzwerk Insider war der Begriff öfter als ein Mal zu finden.

Eigene Versuche der Autoren mit ENUM haben nun das Verständnis für die Wirkungsweise von ENUM vertieft. Das ist uns Anlass, die Leser des Netzwerk Insider über diese Technik zu informieren und ihren möglichen Nutzen für die moderne Telefonie zu bewerten.

Heutzutage werden alltäglich genutzte Dienste, sei es die Telefonie, Fax, E-Mail oder Instant Messaging, teilweise IP-basiert über das Internet als auch über das öffentliche Telefonnetz (Public Switched Telephone Network, PSTN) bereitgestellt. Der Trend geht jedoch eindeutig Richtung IP-basierter Netze. British Telecom (BT) hat mit dem Slogan „21CN – 21st Century Network“ bereits angekündigt, die PSTN-Infrastruktur in Großbritannien bis zum Jahr 2011 durch ein rein IP-basiertes Netz zu ersetzen.

Weltweit verwenden dennoch Milliarden Menschen zur Adressierung des Gegenübers den herkömmlichen Ziffernblock, womit sich eine direkte Adressierung von Internet-Adressen, wie z.B. sip:info@comconsult.com, denkbar schwierig gestaltet. Die Verknüpfung zwischen Telefonnummer und Internet-Adresse kann hierbei durch ENUM – tElephone NUmber Mapping – erfolgen.

Die Kernfrage, welche hinter ENUM steht, lautet: Wie kann ich in einem IP-basierten Netz meinen Kommunikationspartner unter Verwendung seiner Telefonnummer erreichen? Wie dies technisch gelöst wird, welche Hersteller ENUM unterstützen und welches Potential ENUM bietet, soll nachfolgend erläutert werden.

Eine Nummer für alles

Auch wenn ENUM hauptsächlich in einem Atemzug mit Voice over IP (VoIP) genannt wird, ist ENUM nicht auf VoIP beschränkt, sondern ermöglicht, dass unter einer Adresse – der Telefonnummer – beliebige Kontaktdaten hinterlegt sind (Abbildung 1).

Neben den Adressen für Festnetzanschluss, Fax, Handy oder Anrufbeantworter können theoretisch beliebige Informationen hinterlegt werden. Die Internet Assigned Numbers Authority (IANA) verwaltet die offiziell gültigen Einträge für Adresstypen. Unter anderem können folgende Kontaktdaten veröffentlicht werden:

  • E-Mail
  • Instant Messaging
  • Webseite
  • SMS / MMS / EMS (Zustellung auch via E-Mail möglich)
  • Visitenkarte (vCard)

Eine vollständige Liste der Adresstypen findet sich unter http://www.iana.org/assignments/enum-services. Die Anwendung bzw. das Endgerät entscheidet letztendlich, welchen Dienst es verwendet, d.h. ein Faxgerät nutzt die hinterlegte Faxnummer und nicht etwa die Webseite.

Aber wie und wo werden diese Daten hinterlegt?

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