Erweiterungen der Grundkonzepte: Java, HTML 3 und XML

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Teil 40 von 71 aus der Serie "Professionelle Datenkommunikation"
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Das Web hat eine enorme Entwicklung durchlaufen. Angespornt durch diesen riesigen Erfolg sind nunmehr Erweiterungen der Grundkonzepte auf den Weg gebracht worden, die das Leben mit dem Web noch schöner machen können. Die sicherlich spektakulärste Weiterentwicklung ist Java, weitere wichtige Entwicklungen der neunziger Jahre sind HTML 3 und XML.

Die Programmiersprache Java wurde 1995 von Sun Microsystems vorgestellt. Mit Java kann man kleine Anwendungsprogramme formulieren, die so genannte Java Applets, die von einem Web-Server auf einen Client geladen werden und dort dann ablaufen. Damit dies funktioniert, muss eigentlich nur der Browser Java unterstützen bzw. interpretieren können. Dies ist aber offensichtlich kein Problem, alle marktführenden Browser haben Java-Unterstützung realisiert. Eine Hauptanwendung der ersten Stunde ist die Animation von Elementen einer Web-Seite. Auch das Abspielen von Tonsequenzen, wie einer Begrüßungshymne, wird von Java unterstützt. Man kann dies zwar als Spielerei abtun, aber in einer immer mehr graphikorientierten Welt sind solche Dinge offensichtlich wichtig.

Eine weitere Möglichkeit des Java-Einsatzes sind alle Formen der Interaktion, wie sie für Spiele, aber auch für Bestellungen und andere kommerzielle Anwendungen benötigt werden. Mit Java könnte man sehr bequem anwendungsorientierte Verschlüsselung durchführen.

Durch Java wurden Erweiterungen in der Beschreibungssprache HTML notwendig, die zur Version 3.2 geführt haben. HTML 3.2 kann dynamische Objekte definieren, die z. B. Ausführungen von Java-Applets entsprechen. Aber auch eine Integration der Java-Konkurrenz ActiveX von Microsoft ist möglich. ActiveX erweitert das OLE-Konzept für die Zusammenarbeit zwischen Dokumenten auf MS-Betriebssystemen und Anwendungssoftware auf die Web-Umgebung. Die Gestaltungsmöglichkeiten für Tabellen wurden wesentlich verbessert. Schließlich kann eine HTML-Seite jetzt auch mehrere Frames enthalten, in denen unterschiedliche Informationen abgelegt werden können. Jedes Frame hat dann seinen eigenen Scroll-Bar. Außerdem kann man so auch verschiedene Seiten gleichzeitig auf einen Bildschirm bringen, z. B. ein Inhaltsverzeichnis und die jeweils angewählte Seite, ohne dafür extra den Fenstermechanismus des Betriebssystems in Anspruch nehmen zu müssen.

Eine weitere Entwicklung im Internet betrifft die dreidimensionale Modellierung. Hierfür gibt es eine eigene Sprache: VRML (Virtual Reality Modelling Language), die letztlich auf Entwicklungen von Silicon Graphics basiert. In der praktischen Realisierung benötigen animierte dreidimensionale Darstellungen jedoch Bandbreiten, von denen die europäischen Internet-Benutzer noch eine Zeit lang träumen dürften. Möglich und sinnvoll sind 3D-Darstellungen jedoch oft im Zusammenhang mit internen Netzen.

Alle Erweiterungen wie Java und VRML lassen sich in einem nicht-bandbreitenbeschränkten Intranet wesentlich umfangreicher und komfortabler nutzen als im konventionellen Internet. Allerdings sollte man auch darauf achten, dass es nicht zu allzu vielen Spielereien kommt, die letztlich nur Geld kosten.

XML und Co.
Das Internet und besonders die WWW-Technologie entwickeln sich rasant. Die mit den ursprünglichen Browsern entwickelte Darstellungssprache HTML hat eine Reihe von Einschränkungen, die vor dem Entwicklungshorizont verständlich sind. Immerhin wurde HTML Ende der Achtziger Jahre angedacht und mit den ersten einfachen Browsern verwendet und relativ zaghaft weiterentwickelt um die Kompatibilität nicht zu gefährden. Ursprünglich war das Ziel, Inhalt und Darstellung zu trennen. In HTML werden Texte zunächst einmal in Form von ASCII-Zeichen geschrieben. Danach wird mittels der weiter vorne beschriebenen eingeklammerten Steuerzeichen festgelegt, wie der Browser den Text darstellen soll. Der Browser interpretiert die Steuerzeichen, z. B. für fette oder kursive Darstellung, sowie für die Buchstabengröße und der Anwender sieht das Ergebnis dann so wie der Browser es interpretiert. Dadurch bleiben die Dateien bei der Übertragung kompakt und der Rechenaufwand beim Benutzer gering. Im Laufe der Zeit hat man denn die Möglichkeiten hinzugefügt, Bilder, Graphiken, Töne usf. anzugliedern, aber dies geschieht eher in der logischen Qualität des Anhängens derartiger Dateien an E-Mails. Man spricht auch davon, dass der ASCII-Text durch die Steuerzeichen markiert oder ausgezeichnet wird. HTML gehört daher zu den sog. Markup-Languages. Neben dem rein Layout-orientierten Markup könnte man sich auch ein Markup überlegen, welches sich an Inhalten oder anderen logischen Elementen orientiert. Dieses so genannte Logische Markup ist dem Layout-orientierten Markup deutlich überlegen, weil man eine Bedeutung, Semantik, miterfassen kann und somit in ganz anderer Weise durch die Einbettung von Inhalten in Zusammenhänge z. B. Fehler vermeiden kann. So ist der Ersteller einer rein Layout-orientierten Seite der Funktion des von ihm nicht zu beeinflussenden Browsers auf der Seite des Anwenders völlig ausgeliefert. Mit logischem Markup kann er mehr beeinflussen, was der Browser nun eigentlich macht.

Allerdings haben viele unterschiedliche Stellen versucht, weitere Tags zu definieren, was aber wegen der unterschiedlichen Sichtweisen nicht zum Erfolg führen konnte.

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