IP Version 6 – das Internet der nächsten Generation

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Der vorhandene IPv4-Adressraum wird in den nächsten 2 Jahren erschöpft sein. Provider stellen weltweit auf IP Next Generation (IPng, Pv6) um. Damit werden mehr und mehr Dienste im Web nur über IPv6 ansprechbar sein. Für die Unternehmen entsteht unvermeidbar ein Mischbetrieb aus IPv4 und IPv6. Die Frage, ob, wann und wie im Unternehmen umgestellt werden soll, ist nun unvermeidbar.
Dieser erste Artikel einer 2-teiligen Serie behandelt folgende Fragen:

  • Was passiert zur Zeit bei IPv6, wer nutzt es bereits?
  • Welche Vorteile hat es?
  • Wie sieht ein möglicher Aktionsplan aus?
  • Wie sieht IPv6 technisch aus?

1. IPv6 wird sich definitiv im Markt etablieren

Japan, China, Australien und USA führen IPng bereits großflächig ein. Große Dienstanbieter wie Google oder eBay unterstützen IPv6 und bieten ihren Kunden bereits Dienste an, die ausschließlich IPv6-basiert sind. In Europa und Deutschland rechnet man mit einer Umstellungs-Welle innerhalb der nächsten 2 Jahre.

Ein wesentliches Problem und hauptsächlicher Motivationsaspekt für IPv6 ist die Ausschöpfung des vorhandenen IPv4 Adressraums mit seinen ca. 4 Mrd. Adressen. Diese Ausschöpfung wird nach aktuellen Untersuchungen und Marktbeobachtungen von IETF, IANA und RIPE NCC in 2011, spätestens 2012 erreicht sein: auf Basis des täglichen IANA Reports ergab der Trend im Mai 2009, dass im Juni 2011 alle Adressen durch die Registries vergeben sein werden. Dabei nimmt der Bedarf an weltweit eindeutigen IP Adressen immer weiter zu, nicht nur für den landläufig bekannten Arbeitsplatz und IP Telefone sondern auch viele andere Endgeräte wie Mobiltelefone, Sensoren, RFID-Geräte, Chipkarten, Haushaltselektronik, Kfz-Nummernschilder (Internet der Dinge) u.v.a.m.

Nun könnte sich der Anwender / Unternehmensnetz-Betreiber auf den Standpunkt stellen: Was interessiert mich das? Ich fahre intern weiter IPv4 und mache NAT nach draußen. Das wird jedoch so nicht mehr lange funktionieren: Mehr und mehr neue Server im Internet werden IPv6-only Dienste anbieten, Cloud Computing und SaaS Anwendungen werden IPv6-basiert betrieben werden, so dass statt „bloß NAT“ an der Schnittstelle zum öffentlichen Netz ein komplexes Application Layer Gateway betrieben werden muss, welches DNSv6 Antworten (AAAA Records, neue PTRs) und IPv6 Adressen auf intern genutzte IPv4 Adressen mappt, Translation von IPv6 nach IPv4 durchführt u.a.m. Ist NAT mit allen Risiken und Nebenwirkungen schon Ärgernis genug, so wird der Einsatz und Betrieb von Gateway-Technologie an dieser Stelle die Probleme noch verschärfen und globale Kommunikations-möglichkeiten behindern statt fördern.

Auch die Ausrede, man könne sich keine providerunabhängigen internationalen IPv6 Adressen besorgen, ist inzwischen hinfällig. Seit 2009 gibt es beim RIPE NCC ein Formular für Endkunden, um internationale providerunabhängige IPv6 Adressblöcke (http://www.ripe.net/ripe/docs/ripe-373.html) zu beantragen.

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