Kampf um die Cloud: Kosten kontra Funktionalität

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Amazon, Google und Microsoft befinden sich am Anfang eines Preiskampfes um die Cloud. Google hatte diesen Kampf mit einer erheblichen Reduktion der Preise für seinen Cloudspeicher gestartet und Amazon hat nachgezogen. Dabei werden die neuen Amazon-Preise die Preise vieler Produkte nach unten ziehen, da Amazon die Basis für eine ganze Reihe von Produkten ist. Die Logik hinter diesen Preis-Senkungen ist klar: wer jetzt die Kunden gewinnt, kann sie behalten und hat auf Dauer einen Wettbewerbsvorteil. Amazon baut auf dieser Logik seit Jahren sein gesamtes Geschäftsmodell auf.

Was bedeutet diese Entwicklung für Unternehmens-Kunden? Um es direkt auf den Punkt zu bringen, stehen zwei Fragen im Vordergrund:

  • Ein Preiskampf in der Public Cloud bringt die Nutzung von Private Cloud-Diensten unter Druck. Public Cloud Lösungen basieren mehr und mehr auf Technologien und Produkten, die dem normalen Unternehmen nicht zur Verfügung stehen (wer lässt schon seine Server nach eigenen Blaupausen in China bauen und wer verfügt schon über seine eigene Cloud-Management-Software). War ein möglicher Preisvorteil der Public Cloud noch gering, weil auch den Unternehmen Technologien wie Virtualisierung zur Verfügung standen, so ist klar absehbar, dass der Vorteil der Public Cloud wachsen wird. Unternehmen müssen zwingend auf dem neuesten Stand von Virtualisierung, Automatisierung und Cloud Management sein, um mit ihrer Private Cloud hier konkurrieren zu können. Dies betrifft sowohl Invest- als auch Betriebskosten. Speziell im Bereich der Betriebskosten sind Public Cloud-Lösungen auf einen optimalen und hochskalierbaren Betrieb optimiert.
  • Unternehmen brauchen eine klare Cloud-Strategie. Die in der Public Cloud angebotenen Leistungen sind zu verschieden und die Strategien der Anbieter gehen so sehr in unterschiedliche Richtungen, dass die Auswahl einer Lösung und eines Anbieters wohl überlegt sein müssen. In jedem Fall werden nur wenige Unternehmen komplett auf Public Cloud-Lösungen umschwenken, zu viele Anwendungsbereiche lassen sich sinnvoll weiterhin nur lokal betreiben. Es wird also in jedem Fall eine gemischte Infrastruktur entstehen, die ein wohl überlegtes Konzept vor allem für den Betrieb erfordert.

Bevor wir zu der Frage der Strategie kommen, noch eine Anmerkung zur Public Cloud zu Zeiten der NSA: ist es überhaupt vertretbar, dass Unternehmen unter dem Aspekt der Sicherheit ihrer Daten Cloud-Leistungen nutzen? Dazu gibt es mehrere sich widersprechende Antworten:

  • Grundsätzlich sollte ein Unternehmen die Kontrolle über seine Daten behalten und sich nicht in eine völlige Abhängigkeit von einem externen Anbieter begeben.
  • Grundsätzlich gilt es, bekannten Gefahren auszuweichen und nicht bewusst die Tür für externe zu öffnen.
  • Die Nutzung mobiler Endgeräte ist ohne Cloud-Dienste kaum möglich. Auch die Nutzung traditioneller Dienste wie Email setzt ja auf öffentliche Infrastrukturen. Für ein Unternehmen entsteht damit in jedem Fall die Frage der Sicherheit der eigenen Daten. Es wäre sehr naiv zu glauben, dass durch den Verzicht der Nutzung von Cloud-Diensten pauschal ein Sicherheitsvorteil entsteht und eine Abgrenzung von öffentlichen Infrastrukturen möglich ist.
  • Cloud-Angebote sind nicht zuverlässig. Es gibt immer nur eine Version der angebotenen Leistung für alle. Kommt eine neue Version, kann es durchaus sein, dass Leistungsmerkmale wegfallen. So gibt es markante Beispiele dafür, dass man eine zu große Abhängigkeit von Cloud-Produkten vermeiden sollte: die Diskussion um das Ende von Google+, die Einstellung des Google Readers, der Wegfall der Diskussions-Foren bei Box, die sehr lange Diskussion um die Verfügbarkeit von Sub-Folder-Syncing bei Box und die Nichteinhaltung von Zusagen von Box über mehrere Jahre hinweg, Tücken in der Implementierung von Office 365.
  • Die Sicherheit der Daten eines Unternehmens hängt nicht nur an der Cloud sondern generell an den eingesetzten Technologien und der Art ihrer Nutzung. Lücken in der Implementierung von Sicherheitsdiensten (SSL) und Browsern (siehe aktuelle Diskussion zum Internet Explorer, wieder einmal) verursachen einen deutlich größeren Schaden als das durch Cloud-Dienste passieren könnte. Und was ist wohl sicherer: die Übertragung kritischer Daten als Email-Anhänge auf ungesicherten Übertragungsstrecken oder die Nutzung eines Cloud-File-Services wie Box oder OneDrive?
  • Cloud-Anbieter lernen dazu. So wird es innerhalb der nächsten 24 Monate ein klar abgegrenztes europäisches Angebot von Lösungen geben, die nicht dem amerikanischen Einfluss unterliegen sondern rein der europäischen Gesetzgebung. Auch Microsoft unterstreicht mit diversen Zertifizierungen, dass seine Server-Leistungen in Europa sicher sind (eine Frage der Glaubwürdigkeit). Aber wie immer man dies auch im Falle Microsofts sieht, die Rolle dieser Zertifizierungen wird in Zukunft sehr groß werden. Ein Einzelunternehmen ist nicht in der Lage, wirtschaftlich die Sicherheit eines Cloud-Anbieters zu prüfen (und die meisten Cloud-Anbieter lassen weder individuelle Verträge noch Prüfungen zu). Wir sprechen hier über Monster-Rechenzentren mit sehr individuellen Infrastrukturen, die sich einer normalen schnellen Überprüfung technisch vollständig entziehen. Zertifizierungen werden zu einem extrem strategischen Element werden und auch die Basis für eine juristische Akzeptanz im Einklang mit der europäischen Rechtsprechung legen.
  • Gerade für kleinere Unternehmen ist der Grad an Sicherheit, der für sie wirtschaftlich mit einer eigenen Infrastruktur erreichbar ist, durchaus begrenzt. Auch wenn man pauschal der Public Cloud ein Sicherheitsrisiko unterstellt, muss man doch auch feststellen, dass das Risiko innerhalb vieler Unternehmen deutlich größer sein wird, speziell wenn es um einen gezielten Angriff auf die Daten geht.

Ohne das weiter vertiefen zu wollen, soll an dieser Stelle deshalb ein klares Zwischenfazit gezogen werden: Unternehmen kommen an der Nutzung von Public Cloud Diensten nicht vorbei. Pauschale Sicherheitsbedenken reichen hier nicht aus, um eine solche Nutzung auszuschließen. Aber eine Nutzung von Public Cloud-Diensten ohne eine klare und wohlüberlegte Cloud-Strategie ist ohne Frage fahrlässig. Auch müssen Cloud-Anbieter und Produkte nach einem Unternehmens-spezifischen Kriterien-Katalog sorgfältig ausgewählt werden. Zum einen, um Sicherheitsbedenken gerecht zu werden, aber zum anderen auch, um sich nicht in eine langjährige Abhängigkeit vom falschen Produkt zu begeben.

Damit sind wir bei der Frage was denn Bestandteil einer Cloud-Strategie sein sollte. Dies ist ein Geleitwort und kein Technologie-Report. Deshalb sollen an dieser Stelle nur ausgewählte Elemente einer solchen Cloud-Strategie ohne Anspruch auf Vollständigkeit vorgestellt werden:

  • Das Dienst-Portfolio. Hier geht es im Kern um die Entscheidung Best-of-Breed kontra Integrierte Funktionalität (wie so oft in der Geschichte der IT). Cloud-Speicherdienste ohne Zusatzfunktionalität sind auf Dauer eine Sackgasse. Dropbox geht momentan den Weg, solche Dienste selber als Value-added anzubieten. Box hat den Weg über offene APIs und Kooperationen mit Unternehmen wie Jive oder Smartsheet gewählt. Microsoft stellt demgegenüber ein umfangreiches Gesamtportfolio aus eigenen Cloud-Produkten bereit. Ein Unternehmen sollte mindestens neben den Speicherdiensten Dienste aus dem Bereich Diskussionsforen und Task-Management erwägen. In jedem Fall sollte unterstellt werden, dass ein einzelner Anbieter nicht in der Lage sein wird, alle Anforderungen zu erfüllen. Die Offenheit einer Lösung und der Umfang der Kooperation mit anderen Cloud-Software-Anbietern spielt also eine große Rolle. Zum Beispiel deckt Microsoft mit seinem Office 365 und Azure sicher viele Bereiche ab. Aber nicht alle diese Bereiche sind überzeugend. Yammer ist ein sehr gutes und intuitives Tool. Aber für größere Unternehmen und Service-Organisationen kann die Anpassbarkeit eines Produktes wie Jive von zentraler Bedeutung sein. Auch im Bereich Task-Management gibt es viele gute und spezialisierte Produkte, die ggf. besser zum Unternehmen passen. Generell sollte ein Gesamtgebilde entstehen, das verschiedene Versionen desselben Dokuments vermeidet. Also kein Transfer per Email, keine Kopie eines Dokuments in einem Diskussionsforum oder einer Taskliste.
  • Integration mit Lokalen Geräten, Technologien und Infrastrukturen (klare Auflistung: wer, was, wie, wann, wo). Ein gutes Beispiel hierfür ist die Synchronisation von Dateien zwischen der Cloud und lokalen Endgeräten. Dropbox hat diese Synchronisation groß gemacht, aber mehrere andere Anbieter unter spezieller Nennung von Box und Huddle haben erfolgreich gezeigt, wie eine solche Synchronisation auch Probleme bereiten kann. Solche Integrations-Merkmale müssen klar und auch im Detail festgelegt werden. Die Produktauswahl wird dadurch wesentlich bestimmt.
  • Die Integration von Externen und die Überwachung dieser Integration.
  • Die Sicherheit des Dienstangebots.
  • Die Abgrenzung zwischen Private und Public Cloud.
  • Ein Betriebskonzept. Wer ist zuständig und wie sind die Abläufe, wenn etwas nicht funktioniert. Wie kann der Betrieb überwacht werden, welche Schnittstellen bietet der Cloud-Anbieter für ein SLA-Management.
  • Die Auflistung notwendiger Zertifizierungen des Cloud-Anbieters.
  • Eine Einschränkung möglicher Server-Standorte von Anbietern unter Berücksichtung der dafür zuständigen Gesetzgebungen.
  • Ein integriertes Sicherheitskonzept, das sowohl die Cloud als auch die betroffenen Endgeräte mit den lokalen Infrastrukturen als auch die Benutzer umfasst.

An dieser kleinen Liste ist bereits leicht zu erkennen, dass die Entwicklung einer Cloud-Strategie nicht trivial ist. Hier kommen komplexe technische Elemente mit organisatorischen Elementen und einer Kostenbetrachtung zusammen. Gleichzeitig wird hier ein Fundament gelegt, das in den meisten Fällen ja mehrere Jahre halten soll, es muss also in sich plausibel und stabil sein.

Also zum Abschluss noch einmal die beiden Kernpunkte als Fazit:

  • Bei allen Bedenken und Abwägungen: an Public Cloud-Lösungen wird auf Dauer kein Unternehmen und keine Behörde vorbei kommen.
  • Dies erfordert eine klare und auf langjährige Nutzung ausgelegte Cloud-Strategie, ein Fundament, das sowohl Sicherheit als auch Funktionalität gewährleisten soll.

Die Cloud ist da. Auch wenn wir von ComConsult Research nach wie vor Zweifel an dem Sinn bestimmter Cloud-Leistungen haben (IaaS speziell), so sind Cloud-Dienste im Sinne erweiterter SaaS-Angebote schlicht unverzichtbar. Ich komme auf ein entscheidendes Beispiel zurück: die Übertragung sensitiver Dokumente per Email ist um Dimensionen unsicherer und fragwürdiger als die Speicherung desselben Dokuments in einem Cloud-Dienst. Es bleibt nur eine sinnvolle Schlussfolgerung übrig: eine Unternehmensspezifische Cloud-Strategie muss geschaffen werden, die das benötigte Fundament für die nächsten Jahre legt.

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6 Kommentare zu "Kampf um die Cloud: Kosten kontra Funktionalität":

  1. Paul G. Huppertz schreibt:

    Die „Cloud“ ist schon lange da, nämlich spätestens seit Einführung der ersten Mainframe-Systeme, die trefflich & treffend bezeichnet werden können als
    – „Terminal Cloud“
    – „CICS Cloud“
    – „Business Transaction Cloud“

    Eine so genannte „Cloud“ ist trivialerweise nichts anderes als eine beliebige Zusammenstellung bzw. Zusammenfassung von ICT-Systemen. Das reicht
    – von Frontend-Systemen in Form von (Mainframe-)Terminals oder von Software-Anwendungssystemen
    – über Datenübertragungssysteme (= Netzwerksysteme) verschiedener Strukturen & Dimensionen
    – bis hin zu Software-Anwendungssystemen und Datenbank(management)systemen in verschiedenen Backend-Bereichen

  2. Paul G. Huppertz schreibt:

    >> Auch wenn wir von ComConsult Research nach wie vor Zweifel an dem Sinn bestimmter Cloud-Leistungen haben (IaaS speziell), so sind Cloud-Dienste im Sinne erweiterter SaaS-Angebote schlicht unverzichtbar. <<

    Dazu ergebeben sich die folgenden Fragen:

    – Wodurch unterscheidet sich eine "Cloud-Leistung" von
    — elektrischer bzw. physikalischer Leistung?
    — IT-Systemleistung?
    — Leistung eines IT-Systemverbunds?
    — Datenverarbeitungsleistung?
    — Datenübertragungsleistung?

    – Wie bzw. an Hand welcher Merkmale wird eine "Cloud-Leistung" konkret identifiziert & spezifiziert?

    – Wie bzw. auf welche Weise und wann kann eine Infrastruktur, treffender geschrieben: ein Infrastruktursystem zu einem Service(-Beitrag) mutieren angesichts der Tatsachen,
    — dass jeglicher Service(-Beitrag) per se intangibel & immateriell, substanzlos & flüchtig ist?
    s. Wikipedia-Beitrag 'Service characteristics'
    http://en.wikipedia.org/wiki/Service_(economics)#Characteristics
    — dass jeglicher einzelne & einmalige Service(-Beitrag) erst auf expliziten Service-(Beitrags)Abruf eines berechtigten Service-(Beitrags)Konsumenten menschlicher oder technischer Ausprägung von Grund auf neu bewerkstelligt & erbracht wird?
    — dass jeglicher explizit abgerufene Service(-Beitrag) simultan zu dessen Erbringung konsumiert wird vom abrufenden Service-(Beitrags)Konsumenten, um seine aktuell anstehende Aktivität bzw. Funktion effizient auszuführen?

    – Wie bzw. an Hand welcher Merkmale wie ein erforderlicher bzw. erwünschter "Cloud-Dienst" konkret
    — identifiziert?
    — spezifiziert?
    — bepreist?
    — katalogisiert?
    — offeriert?
    — kontrahiert?
    — realisiert?
    — verifiziert?
    — fakturiert?

    – Wie bzw. auf welche Weise kann ein Software-Sachgut (= Sachgut, dessen wesensbestimmende Funktionen binar codiert sind) zu einem Service(-Beitrag) mutieren angesichts der Tatsachen, dass ein Software-Sachgut in einer geeigneten Laufzeitumgebung (= systemtechnischen Umgebung)
    — installiert & konfiguriert werden muss,
    — aktiviert & operiert werden muss,
    — überwacht & gemanagt werden muss,
    — gepflegt & gewartet werden muss,
    damit die software-inhärenten Funktionen als Software-Anwendungsfunktionen zugänglich & ausführbar werden für berechtigte Anwendungsnutzer, wobei nur wenige Anwendungsfunktionen service-relevant sind für die Bewerkstelligung & Erbringung bestimmter ICTility Service-Typen?

  3. Paul G. Huppertz schreibt:

    Da eine so genannte „Cloud“ eine Zusammenstellung bzw. Zusammenfassung von ICT-Systemen ist,

    – ist es ein Kampf um Zusammenstellungen von ICT-Systemen

    – geht es um die Kosten der ICT-Systeme in einer „Cloud“, anders geschrieben: um deren TotEx (= Total Expenditures) = {CapEx + OpEx}
    s. Wikipedia-Beitrag ‚CapEx‘
    http://de.wikipedia.org/wiki/CAPEX

    – geht es um die Funktion(aliät)en der ICT-Systeme in einer „Cloud“.

    Das ist nichts Neues, denn so genannte „Clouds“ wurden einstmals bezeichnet als
    – Data Center
    – Campus-LAN
    – Intranet
    – Extranet
    – Enterprise Network
    – Enterprise Architecture.

    Fazit:
    Nichts Neues am IT-Firmament außer dem fabulösen & nebulösen Hypeonym „Cloud“ sowie am IT-Boden „Cloud Fallout“ wie
    – „AaaS – Anything-as-a-Service“
    – „EaaS – Everything-as-a-Service“
    – „NaaS – Nothing-as-a-Service“
    – „SaaS – Something-as-a-Service“
    – „ZaaS – Zero-as-a-Service“.

  4. Paul G. Huppertz schreibt:

    >> Amazon, Google und Microsoft befinden sich am Anfang eines Preiskampfes um die Cloud. < Amazon/EC2 (Elastic Compute Cloud)
    — File Preserving Service => Amazon/S3 (Simple Storage Service)
    — DBMS Hosting Service => Amazon/DynamoDB
    — Database Housing Service => Amazon/RDS

    – Google ist ein originärer & primärer Service Provider für ICT-systembasierende Search&Find-Services, die sich auf digitalisierte Informationsrepräsentationen (= Digitate) beziehen.

    – Microsoft ist ein originärer & primärer Software-Sachguthersteller, anders geschrieben: ein Hersteller für Sachguttypen, deren wesensbestimmende Funktionen programmiert & binär codiert werden. Die jeweiligen Sachgutexemplare werden von den Käufern eingesetzt in Software-Anwendungssystemen, durch deren Betrieb & Management die software-immanenten Funktionen zugänglich & ausführbar gemacht werden für berechtigte Anwendungsnutzer.

    Ein Service ist (definiert als) ein Bündel von einmalig konsumierbaren & flüchtigen Nutzeffekten. Nutzeffekte sind die Essenz bzw. das Wesen von Services. Die spezifischen Nutzeffekte werden einem erforderlichen bzw. erwünschten Service-Typ zugeschrieben und müssen sie müssen bei jedem explizit Service-Abruf für den abrufenden Service-Konsumenten von Grund auf neu bewerkstelligt werden an demjenigen physischen oder logischen Service-Objekt, das der abrufende Serivce-Konsument übergibt in die Service-Erbringungsumgebung (= Servuktionsumgebung) bzw. in die Obhut & Verfügungsgewalt des rechenschaftspflichtigen Service Providers.
    s. Präsentationsunterlagen zu dem Vortrag ‚Service – Word & Term‘
    http://de.slideshare.net/PaulGHz/issip-service-word-and-term-20140827-v010000

    Ein Sachgut ist (definiert als) ein Bündel von wiederholt ausführbaren & beständigen Funktionen und ein System als ein Bündel von Sachgütern (= Bündel von Funktionsbündeln). Funktionen sind die Essenz bzw. das Wesen von Sachgut- bzw. Systemexemplaren. Die spezifischen Funktionen eines Sachgut- bzw. Systemtyps werden einmalig konstruiert bzw. entwickelt und in jedes Exemplar des betreffenden Typs hineinfabriziert.
    s. Glossar Service-Terminologie, das zwecks Abgrenzungen zu anderen Fachbegriffen auch deren Definitionen enthält
    http://de.slideshare.net/PaulGHz/servicialisierung-glossar-serviceterminologie-v070000

    Amazon und Google praktizieren & beherrschen als originäre & primäre Service Provider von Beginn an das Geschäftsmodell der Service-Erbringung.
    s. Präsentationsunterlagen zu dem Vortrag
    – Obertitel ‚Service Provider‘
    – Untertitel ‚Service-Trilemma & Geschäftsmodell‘
    – am 06.11.2014
    – in Bonn
    – beim itSMF-Regionalforum Rhein/Sieg
    http://de.slideshare.net/PaulGHz/issip-service-word-and-term-20140827-v010000

    Microsoft praktiziert & beherrscht von Beginn an das Geschäfts-modell der Sachgutfertigung, während die Firma sich schwertut mit den Anforderungen & Aufgaben der verlässlichen & spezifikations-gemäßen, rationellen & rentablen Service-Erbringung für ICTility Service-Typen. Das liegt im wesentlichen daran, dass
    – Voraussetzungen & Randbedingungen,
    – Standorte & Umgebungen,
    – Rollen & Verantwortlichkeiten,
    – Auslöser & Adressaten,
    – Methoden & Mittel,
    – Abläufe & Ergebnisse
    der Sachgutfertigung (= Produktion) grundverschieden sind von denen der Service-/Dienst-Erbringung (= Servuktion). Das offenbart der erhellende & wegeisende Leitsatz
    „Production, c’est faire des choses. Servuction, c’est rendre des services.“
    „Production is making goods. Servuction is rendering services.“
    „Produktion ist Fertigen von Sachgütern. Servuktion ist Erbringen von Services.“
    [Pierre Eiglier & Eric Langeard]
    s. Artikel ‚Le service et sa servuction‘ von Pierre Eiglier, IAE (Institut d’Administration des Entreprises, Marseille & Aix-en-Provence)
    http://de.slideshare.net/PaulGHz/artikel-le-service-et-sa-servuction-von-pierre-eiglier

  5. Paul G. Huppertz schreibt:

    >> Google hatte diesen Kampf mit einer erheblichen Reduktion der Preise für seinen Cloudspeicher gestartet und Amazon hat nachgezogen. <<

    Der sogenannte "Cloudspeicher" ist ein service-relevantes System für die Erbringung von ICTility Services des Typs 'File Preserving Service', der präzise & prägnant identifiziert werden kann
    – an Hand seiner 3 wesensbestimmenden Service-Identifikatoren
    – aus der Sicht & Wahrnehmung von adressierten bzw. von (bereits) berechtigten Service-Konsumenten in Verantwortungsbereichen von auftraggebenden Servuktionskunden,
    nämlich
    1. Service-Konsument: Dateibesitzer
    2. Service-Objekt: Datei
    3. Service-spezifischer Nutzeffekt:
    Für den Dateibesitzer wird die Datei auf einem zentralen Speichermeidum sicher & geschützt aufbewahrt sowie nur ihm zugänglich gemacht.
    s. Artikel 'Service-Identifizierung – 3 Service-identifikatoren' auf dem Wissensportal der ComConsult Research
    http://www.comconsult-research.de/service-identifizierung-3-service-identifikatoren/

    Die erforderliche Qualität dieses ICTility Service-Typs kann eindeutig & vollständig spezifiziert werden
    – auf Basis der 12 Standard-Service-Attribute
    – gemäß den Erfordernissen & Erwartungen von adressierten bzw. von (bereits) berechtigten Service-Konsumenten sowie in deren Begriffen & Formulierungen.
    s. Artikel 'Service-Spezifizierung – 12 Service-Attribute' auf dem Wissensportal der ComConsult Research
    http://www.comconsult-research.de/service-spezifizierung-12-service-attribute/
    Nachdem adressierte bzw. berechtigte Service-Konsumenten die Beschreibung der Service-Qualität in den Service-Attributen 01 bis 11 bestätigt & freigegegen haben, beziffert der rechenscaftspflichtige ICTility Serivce Provider im gleichnamigen Sevice-Attribut 12 den konkreten & verbindlchen Service-Erbringungspreis.
    s. XING-Forum 'Service-Erbringungspreis – Klärung des Fachbegriffs'
    https://www.xing.com/communities/forums/100632576
    Eine solche eindeutige & vollständige Service Level-Spezifikation ist ein adresaten- & anforderungsgerechtes, konkretes & verbindliches Service-Erbringungsangebot (= Servuktionsangebot), das der ICTility Service Provider aufnimmt in seinen Service-Katalog.

    s. Präsentationsunterlagen zu der Keynote
    – Obertitel 'Service-Qualität'
    – Untertitel 'Service-Identifizierung & Service-Spezifizierung'
    – am 24.09.2014
    – bei den IT Quality Days 2014 der Firma ServiceTrace
    http://de.slideshare.net/PaulGHz/vortrag-servicequalitt-bei-it-quality-days-2014-20140924-v010000

  6. Paul G. Huppertz schreibt:

    >> Dabei werden die neuen Amazon-Preise die Preise vieler Produkte nach unten ziehen, da Amazon die Basis für eine ganze Reihe von Produkten ist. <<

    Ein Produkt ist (allgemein definiert als) ein präzise identifiziertes & eindeutig spezifiziertes Ergebnis, das eine rechenschaftspflichtige Organisation(seinheit) regelmäßig bewerkstelligt für bestimmte Adressaten(gruppen).

    Zwei grundverschiedene Ergebniskategorien müssen klar, konsistent & konsequent auseinandergehalten werden:

    – SACHGUT = Erzeugnis
    = Bündel von wiederholt ausführbaren & beständigen FUNKTIONEN
    — FUNKTIONEN sind die Essenz bzw. das Wesen von Sachguttypen & von einzelnen Sachgutexemplaren.
    — Ein System ist ein Bündel von mehreren verschiedenen Sachgutexemplaren, also ein Bündel von FUNKTIONsbündeln.
    — Die bestimmenden FUNKTIONEN eines präzise identifizierten & eindeutig spezifizierten Sachguttyps werden einmalig konstruiert und in jedes Sachgutexemplar dieses Typs hineinfabriziert, so dass sie diesem Sachgutexemplar innewohnen.
    — Der Käufer bzw. Nutzer eines Sachgutexemplars war bei dessen Herstellung weder anwesend noch beteiligt.
    — Die gefertigten Sachgutexemplare werden (zwischen)gelagert & transportiert, verteilt & verkauft.
    — Der Käufer bzw. Nutzer kann die immanenten FUNKTIONEN seines Sachgutexemplars betätigen, wann immer er beliebt bzw. dessen bedarf. Der Hersteller des Sachgutexemplars ist dabei weder erforderlich noch anwesend noch involviert.
    — Sobald ein Sachgutexemplar eine oder alle wesensbestimmende/n FUNKTION/EN verliert, wird es FUNKTIONsuntüchtig sowie zu Müll bzw. Schrott.
    — Jegliches Sachgutexemplar ist per se tangibel & materiell, substanzbehaftet & beständig. Diese Sachgutcharakteristika sind jedem Sachgutexemplar zu eigen.

    – SERVICE= Dienst
    = Bündel von einmalig konsumierbaren & flüchtigen NUTZEFFEKTEN.
    — Das Wort ‚Service‘ stammt ab von lateinisch ‚servire [servio, servivi, servitum]‘ – ‚(be)dienen, Sklave sein‘. Das Partizip Perfekt Passiv ‚servitum‘ – ‚bedient, gedient‘ ist im Altfranzösischen zu dem Wort ‚service‘ geworden, das in den englischen und den deutschen Wortschatz gewandert ist mit der Grundbedeutung ‚Dienst‘.
    — NUTZEFFEKTE sind die Essenz bzw. das Wesen von Service-Typen sowie von jedem einzelnen & einmaligen Service, der abgerufen & bewerkstelligt, erbracht & konsumiert wird.
    s. Präsentationsunterlagen zu dem Vortrag 'Service – Word & Term' bei der ISSIP (International Society of Service Innovation Professionals)
    http://de.slideshare.net/PaulGHz/issip-service-word-and-term-20140827-v010000
    — Der bestimmende & spezifische NUTZEFFEKT eines Service-Typs wird diesem bei der Service-Identifizierung einmalig zugeschrieben. Dieser NUTZEFFEKT muss auf expliziten Service-Abruf eines berechtigten Service-Konsumenten jeweils von Grund auf neu bewerkstelligt werden an demjenigen physischen oder logischen Service-Objekt, das der Service-Konsument bei seinem Service-Abruf übergibt in die Servuktionsumgebung bzw. in die Obhut & Verfügungsgewalt des rechenschaftspflichtigen Service Providers.
    — Es gibt vier Kategorien von Service-Objekttypen
    o Leib & Leben des abrufenden Service-Konsumenten
    o Hab & Gut des abrufenden Service-Konsumenten
    o Recht & Anspruch des abrufenden Service-Konsumenten
    o Daten & Dokumente des abrufenden Service-Konsumenten
    — Im Zuge der Service-Erbringung bzw. der jeweils einzelnen & einmaligen Service-Transagierung wird der Zustand des vom abrufenden Service-Konsumenten übergebenen Service-Objekts gezielt so geändert, dass die situativ-individuellen Erfordernisse & Erwartungen des abrufenden Service-Konsumenten abgedeckt bzw. erfüllt werden. Erst auf Basis des geänderten Service-Objektzustands kann der abrufende Service-Konsument seine aktuelle anstehende Aktivität effizient ausführen & dadurch Wertschöpfung realisieren, sei es für private oder für berufliche Belange.
    — Die Zustandsänderung an dem übergebenen Service-Objekt muss jeweils so sicher & geschützt sowie so sorgfältig & vorausschauend erfolgen, dass weder dieses übergebene Service-Objekt noch der abrufende Service-Konsument im Zuge oder in Folge der Service-Erbringung unzweckmäßig beeinträchtigt oder sogar be-/geschädigt werden.
    — Der Zustand des übergebenen & übernommenen Service-Objekts ist die Grundlage für die objektive Prüfung auf verlässliche Service-Erbringung oder Service-Versagung. Das gleicht aus, dass ein Service als solcher weder prüfbar noch vorzeigbar ist, weil jeglicher Service per se intangibel & immateriell, substanzlos & flüchtig ist.

    s. Glossar Service-Terminologie mit in sich schlüssigen sowie untereinander konsistenten Definitionen der Service-Termini & ihrer Synonyme
    http://de.slideshare.net/PaulGHz/servicialisierung-glossar-serviceterminologie-v070000

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