Moderne Speicherlösungen: Kampf den Widersprüchen

Kommentieren Drucken

Am Anfang die gute Nachricht: Die Preise für Speicherlösungen befinden sich im Sinkflug. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen erhalten nun Zugang zu Speicherlösungen, die bisher nur Großunternehmen mit Invest-Summen im Bereich mehrerer Hunderttausend Euro vorbehalten waren. Die treibenden Faktoren sind vielschichtig:

  • Prozessoren haben immer mehr Leistung bei geringeren Preisen,
  • Software ersetzt Funktionalität, die bisher in Hardware kam, und schafft gleichzeitig neue Funktionalität, die gerade im Low-End-Bereich völlig neue Möglichkeiten zum Beispiel im Bereich der Redundanz schafft,
  • Hauptspeicher wird immer preiswerter,
  • Plattensysteme haben mehr Speicher zu geringeren Kosten, höhere Packungsdichten erhöhen auch den Durchsatz,
  • Verfügbarkeit und Leistung sind nun auch im Low-End-Bereich der Plattensysteme deutlich verbessert,
  • SSD-Technologie treibt durch gezielten Einsatz Transaktionsperformance in ungeahnte Höhen.

Und wird sind noch nicht am Ende dieser Entwicklung. Gerade ist Samsung ein Meilenstein der NAND-Entwicklung gelungen. Die Abwärtsspirale der SSD bestehend aus immer mehr Kapazität durch geringere Lebensdauer ist durchbrochen. Die neue Technologie wird die Basis für eine völlig neue Welle von SSD-Lösungen legen.

Unternehmen zahlen für diese Entwicklung einen hohen Preis. Sinkende Kosten gehen einher mit einer Reihe von weniger wünschenswerten Folgen:

  • Hochwertige Speicherlösungen werden auf Projektniveau schneller beschafft, ohne sie einem Gesamtkonzept zu unterlegen.
  • Viele isolierte Lösungen treiben den Betriebsaufwand drastisch in die Höhe. Es mangelt an einheitlichen Backup- und Restore-Lösungen, in größeren Unternehmen versteht kaum noch einer, warum und wofür die einzelnen Backup-Lösungen eigentlich da sind.
  • Durch vorschnelle Beschaffung der „falschen“ Technologie werden dringend benötigte Funktionalitäten blockiert, zum Beispiel reduzieren Block-Speicher-Lösungen Thin Provisioning und Deduplizierungs-Funktionen, da das Speichersystem keine Informationen über die gespeicherten Daten hat.
  • Es werden unbeabsichtigt Performance-Probleme generiert, da durch die Konzentration auf Durchsatz und die Vernachlässigung von Controller-Leistungen im Maximalausbau mit wachsendem Speicher die Transaktionsraten einbrechen.

Die Liste ist lang und fast jeder Betreiber von Speicherlösungen kann Beispiele aus seinem Unternehmen nennen.
Was ist die Lösung?

Die Antwort ist ebenso einfach genannt wir schwer umsetzbar: Konsistenz, Homogenität und Betreibbarkeit müssen durchgängig von der Planung über die Ausschreibung bis zum Betrieb im Mittelpunkt stehen. Der Beschaffungspreis einer Lösung und die schnelle Implementierbarkeit müssen an Bedeutung verlieren.

Das ist nicht einfach umzusetzen. Eine homogene Lösung bringt eventuell High-End-Funktionen in Bereiche, die diese gar nicht brauchen. Das Standardbeispiel ist Virtualisierung. Eine Technologie, die im Idealfall den Betriebsaufwand senken und die Flexibilität auch über Produktgrenzen hinweg steigern soll. In der Praxis gibt es eine Liste von Punkten, die aufeinander abgestimmt sein müssen, um zu einem Optimum für das jeweilige Unternehmen zu kommen:

  • Flexibilität und Skalierbarkeit: Wie werden zukünftige Anforderungen im Konzept berücksichtigt ohne die Kosten zu treiben oder die Performance stufenweise zu verringern?
  • Wie kann eine permanente Repositionierung der Speicher-Lösung vermieden werden? Monitoring ist schön, aber es muss so etwas wie ein dauerhafter stabiler Betrieb mit einer Lösung geschaffen werden.
  • Block kontra File-Zugang: Wie kann der Bedarf der Applikationen auf den Servern mit den besten Funktionen auf der Speicherseite verheiratet werden?
  • Backup/Restore/Snapshot-Wildwuchs: Wie kann eine möglichst einheitliche Lösung für alle Applikationen gefunden werden?
  • Beschaffung: Wie kann durch eine präzise Ausschreibung eine wirkliche Vergleichbarkeit der Angebote erreicht werden, ohne dass Anbieter wesentliche Parameter wie Kapazität, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit in ihren Angeboten verbiegen?

Es gibt keine Patentlösung für diese Situation. Jedes Unternehmen muss nach seinem spezifischen Bedarf seine optimale Lösung finden. Der optimale und kostengünstige Betrieb sollte dabei immer im Mittelpunkt stehen. Voraussetzung dafür sind genaue Kenntnisse des Marktes und der verfügbaren Technologien.

zugeordnete Kategorien: Cloud Computing, Data Center
zugeordnete Tags: , , ,

Sie fanden diesen Beitrag interessant? Sie können



Anmerkungen, Fragen, Kommentare, Lob und Kritik:

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

.