Smartphones: die Achillesferse der UC-Projektierung!

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Niemand kommuniziert mehr mit dem Lap- oder gar Desktop! Natürlich schreibe ich längere Mails immer noch mit einem Gerät, das über eine ordentliche Tastatur verfügt. Aber UC ist mehr als Mail. Beispiel gefällig? Als ich gerade darauf wartete, dass das Wasser in der Teeküche kocht, um selbigen aufzusetzen, habe ich schnell eine IM abgesetzt und meine Mails gecheckt. Dafür schleppe ich nun wirklich nicht meinen Laptop mit in die Teeküche.

Wie man an diesem alltäglichen Beispiel sieht, kommt Smartphones bei UC Projekten eine entscheidende Bedeutung zu. Und das aus ganz einfachen Gründen: sie sind immer da, sie sind immer online, sie melden sich, wenn etwas Spannendes (?) passiert.

Doch das ist erst der Anfang! Wie Dr. Suppan in dem Video “Netzwerk Access 2018: Kabel oder Funk, wohin geht die Reise?” sehr anschaulich ausführt, wird die Bedeutung mobiler Endgeräte aufgrund steigender Leistungsfähigkeit und neuer WLAN Standards in den nächsten fünf Jahren rasant ansteigen. Sie haben das Potential, in vielen Bereichen Desk- und Laptops vollständig abzulösen.
Damit ist offensichtlich, dass bei der Planung und Umsetzung von UC-Projekten den Smartphones und Tablets eine herausragende Rolle zukommt. Betrachtet man sie nur als “Randerscheinung” kann man das Projekt von Vorne neu aufrollen, noch bevor es abgeschlossen ist.

Smartphones und Tablets sind jedoch weder mobile Kleinstcomputer noch intelligente Telefone. Es handelt sich um eine völlig neue Geräteklasse. Betrachten wir nur mal den Sicherheitsaspekt:

  • Alte Sicherheitskonzepte, die beispielsweise auf Virenscannern beruhen, funktionieren nicht.
  • Perimeter-Firewalls greifen zu kurz, da diese Geräte von Natur aus den Perimeter ständig überqueren. Daten werden mit hinausgenommen und Viren/Trojaner wieder mit ins Unternehmen gebracht.
  • Smartphones haben, werden sie nicht anständig administriert, mehr Luftschnittstellen als ein Schweizer Käse Löcher hat (WLAN, Bluetooth, LTE). Zu allem Überfluss können sie sogar als Accesspoint arbeiten und so gleich einen Zugang per LTE ins Firmennetz schalten.
  • Viele Betriebssysteme kommen mit Clouddiensten on board. iOS ist ein schönes Beispiel: passt man nicht höllisch auf, so sind schwups alle Firmenkontakte in der iCloud. Hat natürlich auch seine Vorteile: löscht man sie versehentlich, kann man das Backup bei der NSA anfordern.

Wie man sieht, braucht man für diese Geräteklasse neue Konzepte. Der Markt bietet dafür einige Ansätze, wie MDM (Mobile Device Management), Virtualisierung und/oder Desktop-/Applicationstreaming. Einige dieser Lösungsansätze gibt es sogar, womöglich auch noch für alle Geräte. Aber wer sie sich mal angeschaut hat, stellt schnell fest: schön ist anders. Desktopstreaming zum Beispiel: da hat man ein wundervoll leicht zu bedienendes Smartphone, das „Pling“ macht, wenn eine Mail rein kommt und klingelt, wenn man angerufen wird. Nun tauscht man diese fantastische Oberfläche per Klick – sorry, per Daumen-Druck – gegen ein altbackenes, nicht auf die Oberfläche angepasstes System aus. Das funktioniert allerdings auch nur, wenn man nicht gerade eine SMS von seinem Provider bekommen hat, mit dem Text „sie haben ihr Monatskontingent überschritten und werden jetzt auf 64kbit/s gedrosselt“. Glücklich der, der ein Gast-WLAN findet, bei dem die entsprechenden Ports nicht geblockt werden.

Setzt man ein UC-Projekt auf, kommt man schnell zu dem Schluss, dass man Smartphones eigentlich ganz verbieten möchte. Ebenso schnell kommt man aber zu der Erkenntnis, dass man vom Vorstandschef vor die Türe gesetzt wird, wenn man ihm stolz ein Wählscheibentelefon als letzten Schrei der Sicherheitstechnik präsentiert.

Wie also löst man das UC-Dilemma zwischen der Forderung nach Flexibilität und Sicherheit, wenn passende Lösungen noch in den Kinderschuhen stecken?

Ganz ehrlich? Ich weiß es auch nicht. Zumal neben den erwähnten noch viele andere Probleme in bereits gelegten Eiern warten: wie sieht die juristische Seite aus; was ist mit den Steuern; welche Geräte soll man erlauben und welche nicht; etc. pp.

Darum meine Fragen an Sie:

  • Auf welche Probleme sind Sie bereits gestoßen?
  • Welche Lösungen haben Sie erarbeitet?
  • Wie sehen Sie den Markt?

Ich lade Sie herzlich ein, das mit uns hier auf unserem Portal zu diskutieren und freue mich auf spannende und vielleicht auch witzige Beiträge.

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