Social Collaboration 2020 – WebRTC verändert die Unternehmenskommunikation

Kommentieren Drucken

Ein Schwerpunkt unseres UCC-Forums 2016 in Düsseldorf ging der Frage nach, wie die Kommunikation in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen in der Zukunft gestaltet werden kann. Als Zeithorizont wurde bewusst ein eher kurzer Zeitraum von vier Jahren ins Auge gefasst.

Die Frage nach dem WIE umfasste dabei nicht nur die technischen Aspekte, nein, auch die soziale Komponente wurde mit in Betracht gezogen. Gezielt wurden dabei die Themenkomplexe Akzeptanz und Generations-bedingte Unterschiede in der Kommunikation beleuchtet.

Eine wichtige Erkenntnis der Veranstaltung ist, dass sich auf der technischen Seite WebRTC als neues Kommunikationsmedium zu etablieren scheint. Während des Intensivtages wurde allen Teilnehmern bewusst, dass es keinen Hersteller gibt, der nicht eine entsprechende Lösung ins Portfolio aufgenommen hat. Nur Microsoft bildete hier die einzige Ausnahme, was aber wiederum zu erwarten war, zumindest für diejenigen, die den Markt schon länger beobachten.

Der Einsatzschwerpunkt aller gezeigten WebRTC Lösungen von Avaya, Alcatel, Cisco, Innovaphone und Unify liegt dabei auf dem Feld von „Social Collaboration“.

Dies hat bei mir spontan die Frage aufgeworfen hat, was dies denn jetzt genau bedeutet und wo im speziellen die Unterschiede zu einer „normalen Collaboration“ liegen.

Die Definition erweist sich dann auch als bedeutend einfacher als zunächst vermutet. Mit Social Collaboration bezeichnet man eine Arbeitsplattform für Teams oder Gruppen, die zukünftig – auch über Unternehmensgrenzen hinweg – eine Zusammenarbeit mittels des Internet und elektronischer Dokumente ermöglichen soll.

Diese Plattformen stellen somit eine Ergänzung zu den vorhandenen Lösungen dar und haben nicht den Anspruch klassische Telefonie- oder Contact-Center Systeme abzulösen.
Eine Grundkritik, die sich dabei recht schnell bei den Teilnehmern heraus kristallisierte, war die Frage nach einer Möglichkeit, die verschiedenen Hersteller-Plattformen miteinander zu synchronisieren oder anzugleichen, was von allen Anbietern verneint wurde.

Die genannte Kritik bezog sich in erster Linie darauf, dass die gezeigten Lösungen zwar alle den gleichen Standard nutzen, aber in ihrer Bedienung, dem „Look & Feel“, unterschiedlichen Konzepten folgen. Das wiederum weckte bei vielen Anwesenden negative Assoziationen mit den bekannten UCC Produkten der Hersteller, die ja bekannterweise auch völlig inkompatibel zueinander sind.

Um dieser Forderung nachzukommen wurde von einigen Referenten der etwas ketzerische Vorschlag unterbreitet, dann doch WhatsApp zu nutzen, da dieses ja annähernd die gleichen Funktionen bietet wie die gezeigten Lösungen und sich dabei zusätzlich einer ungemeinen Beliebtheit und Verbreitung erfreut.

Dass die Plattformbetreiber hier natürlich in erster Linie ihr Produkt vermarkten wollen und nicht unbedingt die Interoperabilität in den Fokus rücken, ist dabei nur allzu verständlich.
Daher bleibt an dieser Stelle nur das Fazit: Ja, es ist ein weiteres Werkzeug, welches in bestimmten Situation einen Mehrwert liefert und ja, jeder Anbieter versucht für sein Produkt eine eigene, intuitive Benutzerschnittstelle zu kreieren und so seine Kunden zu überzeugen.

Denn mit gravierenden Mehrwerten bei den Funktionen konnte keine der gezeigten Lösungen wirklich punkten.

Nun ist die Einführung neuer Kommunikationslösungen immer ein heiß diskutiertes Thema in unseren Unternehmen. Wer erinnert sich nicht an die ersten VoIP Lösungen und die Klagen über die dramatisch schlechtere Qualität, die allerdings objektiv meist kaum messbar war. Allein die Ankündigung der Umstellung hat da schon gereicht um einen Sturm der Entrüstung loszutreten.

Und dieses Gezeter tritt nun schon wieder ein. Diesmal manifestiert sich die Kritik eben an der Tatsache, dass die neue Technik wieder keine einheitliche Bedienung mit sich bringt.

An der Stelle muss jedoch auch eine Gegenrede erlaubt sein. Haben sich die Projektleiter in den Unternehmen jemals dieser Frage der Bedienbarkeit ernsthaft gestellt, wenn eine neue Telefonanlage ausgeschrieben wurde? Oder war es nicht vielmehr so, dass die Fragen von Preis und Leistung die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Lösung am Ende dominiert haben.

Wenn dem aber so ist, dann bedeutet das aber auch für unsere Benutzer, dass sie die Situation durchaus das ein oder andere Mal durchlebt haben und trotzdem heute immer noch telefonieren, obwohl ein Avaya Telefon anders bedient wird als ein Unify Endgerät.

Am Ende muss es für die Mitarbeiter im Unternehmen heißen, dass man ihnen diese Lösung nicht einfach überstülpen darf, sondern dass man sie frühzeitig einbindet, ihnen die Lösung und ihre Funktionen in einer angenehmen Umgebung zu Testzwecken präsentiert und auch alle anfallenden Fragen und Bemerkungen ernsthaft aufgreift und verständlich erklärt.

Denn eins ist sicher: so wie sich Unternehmensprozesse ändern, so verändert sich auch das Kommunikationsverhalte der Mitarbeiter.

Die Generation der 20 bis 30-jährigen kommuniziert ganz anders als ältere Generationen.

Sonderveranstaltung:
WebRTC & webbasierte Kollaboration

23.05.2017 in Bonn € 1.090,-- netto


WebRTC und Social Collaboration haben in den vergangenen drei Jahren einen rasanten Aufstieg erlebt. Daher ist es nun an der Zeit diesen Trend näher zu betrachten. In dieser Sonderveranstaltung erläutern wir die Funktionsweise und die immense Bedeutung für unternehmensübergreifende Kommunikation sowie die sozialen Aspekte in Bezug auf den Informationsaustausch mittels Chat und Video.

Freuen Sie sich auf spannende Diskussionen und technische Erläuterungen, die Ihnen bei der weiteren Planung Ihrer unternehmensweiten Informationsstrategie hilfreiche Anregungen und Impulse liefern.

Wurde früher vieles via verbaler Kommunikation geregelt, sehen wir zunehmend nonverbale Kommunikation im Vormarsch. Text Chat ist für jüngere Kollegen das bevorzugte Mittel zum Informationsaustausch. Die E-Mail verkommt immer mehr zu einem förmlichen Anschreiben wie es früher einmal der klassische Brief war und das Telefon wird nur dann genutzt, wenn mein Kommunikationspartner partout nicht auf meine textlichen Bemühungen reagiert.

Dieses Verhalten kann jedoch Firmenintern nicht ignoriert werden. Sollte Sie auf diese Änderungen innerhalb des Unternehmens nicht reagieren, werden sich Ihre Mitarbeiter andere Wege suchen um ihre Art der Kommunikation zu leben.

Am Ende muss man sich dann nicht wundern, wenn Firmenchats und interne Dokumente dann bei Facebook oder WhatsApp auftauchen.

Fazit:
Moderne Tools und Plattformen, die mittels WebRTC einfach bereitgestellt werden können, sind für unsere Unternehmen eine Bereicherung und binden auch jüngere Benutzer in die Kommunikation mit ein und verhindern somit auch einen Wildwuchs im Informationsaustausch. Natürlich gelingt dies auch mit klassischen UCC Lösungen, die jedoch zu sehr auf interne Nutzung abgestimmt sind und externe Teilnehmer beinah immer ausschließen.

zugeordnete Kategorien: Cloud Computing, Endgeräte, UC
zugeordnete Tags:

Sie fanden diesen Beitrag interessant? Sie können



Anmerkungen, Fragen, Kommentare, Lob und Kritik:

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

.