TK- und UC-Markt im rasanten Umbruch: Hardware-basierende Lösungen sind am Ende

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Die Meldungen der letzten Tage werden viele Betreiber von TK-Lösungen aufhorchen lassen.

Unify (vormals Siemens Enterprise Communication) plant rund 50% der Mitarbeiter abzubauen.

Nun soll das nicht bedeuten, dass ca. 3800 Menschen entlassen werden, aber man möchte sich von Bereichen trennen, die entsprechend der geplanten Neuausrichtung für die Zukunft des Unternehmens nicht mehr relevant sind. Dies betrifft vor allem den Bereich der Hardwareentwicklung.

Diese Botschaft steht nicht alleine: Alcatel-Lucent steht kurz vor dem Verkauf an den chinesischen Investor Huaxin, Aastra wurde im vergangenen Jahr von Mitel übernommen, die auch mit Unify verhandelt hatte.

Avaya hat ebenfalls, wenn auch ergebnislos, mit Unify Übernahmegespräche geführt.

Diese Zeichen zeigen eindeutig die Richtung auf, dass der Markt der Hardware-TK-Anlagen und Hybrid-Anlagen dem Ende entgegen geht, auch wenn Tischtelefone (die ja auch Hardware sind), noch für den nächsten Lifecycle überleben werden.

Nur wer innovative softwarebasierende Lösungen anbieten kann, wird zukünftig im Markt bestehen. Und genau hier haben die klassischen Anbieter ihre größte Schwäche, denn sie sind aus ihrer Unternehmenskultur heraus Hardwareanbieter.

So verwundert es auch nicht, dass Microsoft als Anbieter reiner Software Lösungen stetigen Umsatzzuwachs bei seiner Kommunikationslösung Lync verzeichnet, wenn auch die absoluten Marktanteile im TK-Markt weit hinter den „klassischen“ Anbietern zurück liegen.

Abseits des Kampfes um Anteile im TK-Markt ist jedoch die eigentliche Bedrohung für die Enterprise-TK-Hersteller ist noch gar nicht mit voller Leuchtkraft in Erscheinung getreten.

Richtig dramatisch wird die Sache nämlich dann, wenn Google, Apple und Amazon in das Geschäft einsteigen.

Mit ihrer gigantischen Rechenleistung und der Notwendigkeit diese immer effizienter auszunützen werden Google, Apple und Amazon kurz bis mittelfristig auch den Markt der Enterprise-Kommunikation in Angriff nehmen.

Und dann wird Hardware völlig uninteressant werden.

Dass dies nicht nur visionäre Weissagungen sind, zeigt allein die Tatsache, dass Google Anfang diesen Jahres erste Video-Konferenz-Lösungen für den Enterprise-Bereich vorgestellt hat. (siehe Google präsentiert Enterprise Videolösung)
Zudem weigert man sich beharrlich, Änderungen am WebRTC-Standard zuzulassen, was bei den Analysten zu der Annahme führt das Google zukünftig alles aus einer Hand liefern will: Mail, Kalender, Office-Anwendung, Kommunikation und beliebige andere Dienste.

Alles ganz einfach gebündelt verfügbar mittels Android, Chrome und Chrome OS. Eine Welt, in der alle Anderen maximal als App-Zulieferer existieren und in der Google das Ende der Nahrungskette darstellt – zumindest wenn Googles Wünsche sich erfüllen.

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