Vorbereitung auf IPv6 – Erfolgsfaktoren und (erste) Praxiseinblicke

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Gestern noch“ wurde IPv6 gerne im Rahmen der Systemhärtung gezielt deaktiviert. Mittlerweile hört und liest man z.B. von Überlegungen, ob man nicht mit einem ohnehin anstehenden Wechsel auf Windows 7 „Nägel mit Köpfen“ machen und auch gleich auf IPv6 übergehen soll. Geht das so einfach, gar nebenbei?

Warnende Geleitworte, überblicksartige Artikel zu IPv6, zur Theorie der damit einhergehenden Neuerungen und zu grundsätzlichen Erwägungen, warum man wechseln sollte, hat es schon zahlreiche gegeben. Warum dann also „noch ’nen IPv6-Beitrag“? Es ist der Versuch, aus Diskussionen mit ComConsult-Kunden (z.B. auf Sonderveranstaltungen), sowie aus eigener Praxis aus dem ComConsult-Testlabor (siehe z.B. Windows 7), den eher ab-strakten Einführungen erste Eindrücke aus dem praktischen Umgang mit IPv6 hinzuzufügen. Welche Fragen treiben erfahrenes, aber zu IPv6 noch unkundiges IT-Personal um? Worüber diskutiert man nach erster Berührung mit dem Thema, was für „Überraschungen“ erwarten einen?

Bereit für IPv6?

Oder Neudeutsch: bin ich, ist meine Umgebung „IPv6-ready“?

Hier gibt es Verschiedenes zu prüfen bzw. zu beachten, etwa:

  • „Stimmt“ die Produktunterstützung für IPv6 bei Produktlinien, die man selbst einsetzt?

    Um dies vorwegzunehmen, da kein Schwerpunkt des Artikels: gezielte Rechercheversuche im Frühjahr 2010 zeigten ein Bild, das auch bei Herstellern mit IPv6-Aktivität die Produktunterstützung Modell- bzw. Versions-abhängig war. Beispiel: neueste als Virtualisierungsbasis gedachte Produkte im Bereich von Appliances mussten bei IPv6 vorerst noch passen.

  • Ist der IT-Betrieb „IPv6-ready“, d.h. ist das im Zeitalter von SLAs notwendiges Wissen für Planung und Betrieb von IPv6-Installationen gegeben?
  • Insbesondere: Wie sieht bewusster Umgang mit IPv6 unter Sicherheitsgesichtspunkten aus?
  • Wie müssen Adress- und Infrastruktur-Konzepte aussehen, um IPv6-Vorteile auszuschöpfen?

Einarbeitung: auch das „Kleingedruckte“ lesen und nutzen…

Der Aspekt der Adress- und Infrastrukturplanung wird in Artikeln naturgemäß häufig ausführlicher behandelt – eigentlich scheint alles gesagt?! Trotzdem ein Blick hierauf, konzentriert auf offenkundige Unterschiede zwischen dem Blickwinkel von Fachliteratur und den Eindrücken aus Gesprächen mit Planern und IT-Administratoren.

So wird über Nutzung und Nutzen registrierter IPv6-Adressen ausführlich geschrieben. Auf die (theoretische) Möglichkeit, selbst einen globalen Präfix zu beantragen, wird dabei auch hingewiesen, seltener jedoch darauf, dass die präferierte Praxis durchaus sein kann, dass der globale Präfix vom Internet-Provider „geleast“ wird. Warum denn das?

Nichts ist für die Ewigkeit, auch nicht der Providervertrag. Wechselt man den Internet-Zugang, taucht das eigene Netz an anderer Stelle im Verbund des Internet-Routing auf. Nähme man typisch den bislang genutzten Präfix mit, so risse dies jeweils ein Loch in den vom bisherigen Provider verwalteten Adressblock, der mitgenommene Teil seines Adressraums würde Routing-technisch zum neuen Provider wandern. Die Folge: durch jeden Providerwechsel neue „Einzelrouten“ – nichts wird es mit dem Ziel, lange IPv6-Präfixes für eine saubere Routing-Hierarchie, schlanke Routing-Tabellen zu nutzen und damit aus den Betriebserfahrungen mit IPv4 gelernt zu haben.

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