WebRTC – Neues von IETF & W3C

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Im letzten Jahr haben wir von der ComConsult Research schon mehrfach über die Probleme bei der Standardisierung von WebRTC berichtet. Hauptstreitpunkt ist dabei die Frage des Videocodecs und gerade hier kommt jetzt Bewegung ins Spiel.

Ende Oktober des vergangenen Jahres hat Cisco angekündigt H.264 als freie Software zur Verfügung zu stellen. Als Basis hierfür wurde die BSD-Lizenz ausgewählt.

Dazu wurde eine Vereinbarung zwischen Cisco und der MPEG LA geschlossen, in der Cisco sich bereit erklärt die anfallenden Lizenzgebühren zu übernehmen. Diese Vereinbarung bezieht sich jedoch nur auf die Implementierung von H.264 in WebRTC. Alle anderen Anwender von H.264 müssen den Codec weiterhin lizensieren.

Als einer der ersten erklärte daraufhin die Mozilla Foundation, H.264 in ihrem Browser Firefox nativ einzubinden.

Aber auch bei den Audiocodecs gibt es Neuigkeiten. So wurden von der IETF, G.711a, G.711µ sowie der variable Breitbandcodec Opus als „Mandatory“ zur Implementierung für WebRTC übernommen.

Damit sind die Google Codecs iLBC und iSAC nicht mehr Voraussetzung zur Nutzung von WebRTC.

G.729 hat es trotz seiner weiten Verbreitung weiterhin nicht geschafft als Mandatory aufgeführt zu werden, da er nicht „royalty free“ verfügbar ist.

Einen weiteren Schritt in Richtung Standardisierung hat auch die W3C gemacht. In ihrem Working Draft vom September 2013 (WebRTC 1.0: Real-time Communication Between Browsers) hat sie SDP als Session Description Model festgeschrieben. Damit sind die Bestrebungen von Microsoft gescheitert SDP zu verhindern.

Da aber auch der CU-RTC-Web Vorschlag von Microsoft immer noch den Status eines Unofficial Draft besitzt, hat Microsoft eine neue Initiative gestartet um den W3C Standard aufzuweichen: ORTC.

Im Kern geht es um die Frage, ob SDP als Format zur Session Description ausreichend ist. Microsoft ist der Ansicht, dass SDP im Rahmen von Video und Voice Übertragungen mit variablen Bitraten nicht hinreichend genau die erforderlichen Parameter aushandeln kann und hat daher zunächst den alternativen Standard CU-RTC-Web eingebracht. Da diesem aber, wie schon erwähnt, keine besondere Bedeutung zukommt, hat man nun eine neue API entworfen, die sich in den W3C Standard implementieren lässt ohne gegen das „Mandatory“ gesetzte SDP zu verstoßen.

Als Aufpasser hat man sich dann auch gleich Justin Uberti von Google mit ins Boot geholt, wohl in der Hoffnung, dass nicht auch dieses Projekt wieder sang- und klanglos verschwindet.

Natürlich wird WebRTC auch auf unserem diesjährigen UC-, Video-, und Kommunikationsforum eine wichtige Rolle spielen und wir werden auch hier die Situation eingehend beleuchten und alle wichtigen Fragen rund um dieses Thema beantworten.

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