Alte Browser – Sondermüll des Internets

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Alte Fußballer geben noch ein Super-Poster für Unterwäsche ab, altem Essig aus Modena steht eine Karriere als Balsamico bevor. Alte Browser hingegen sind ein Desaster für das ganze Internet. Der Clou der alten Browser: Es sind ausgerechnet ihre Fehler und Sicherheitslücken, die sie am Leben erhalten.

Alte Browser mit veralteten und ungenügenden Sicherheitsvorkehrungen und ihren wohlbekannten Sicherheitslücken sind eine stetige Gefahrenquelle. Sie erschweren oder verhindern den Einsatz moderner Techniken wie HTML5 und erhöhen die Ladezeiten der Seiten im ganzen Web, denn die Unterstützung der alten Browser erfordert zusätzlichen CSS- und Script-Code.

  • Welche konkreten Gefahren entstehen durch alte Browser?
  • Warum halten so viele Nutzer an ihren alten Browsern fest?
  • Wer an alte Anwendungen gebunden ist, braucht Alternativen, wenn die Anwendung nicht von heute auf morgen ersetzt werden kann.

Über 10 Jahre nach seinem Erscheinen treibt sich der alte Internet Explorer 6 immer noch durch die Weiten des Internets. Dabei stellte Google den IE6-Support für Google Docs und Google Sites schon Anfang 2010 ein und auch YouTube ignoriert den alten Browser seit zwei Jahren. Seine Benutzer rührt das nicht.

Der alte Browser will nicht in Ehren sterben: Ein aufrechtes Fähnchen von schmerzlosen Benutzern kennt oder will keinen anderen Browser. In einer verschwiegenen kleinen Ecke des Internets ruft selbst Microsoft auf, den Sondermüll des Internets zu entsorgen. Allerdings sehr sehr leise und verschämt…

Eine kurze Geschichte der IE-Dynastie
Das erst Release von IE6 erschien im August 2001. Dass ein Programm in der heutigen Zeit 10 Jahre alt wird, grenzt an ein Wunder, genauso wie der zähe Netscape-Browser überlebt IE6 dank seiner Fehler und Sicherheitslücken und verantwortungslosen Benutzern.

2007 erschien Internet Explorer 7 mit einem eingebauten Phishing-Filter. Zum ersten Mal konnten IE-Benutzer Cookies, die Browser-History, Passwörter und andere persönliche Daten per Mausklick löschen. IE7 ist gespickt mit vielen Darstellungsfehlern und bietet seinen Benutzern keine Sicherheit auf dem Stand der Technik. Google stellte des Support für IE7 im August 2011 ein.

März 2009 erschien Internet Explorer 8 mit einem verbesserten Phishing-Filter und einem »Privat-Modus«, in dem Cookies und Verläufe nicht mehr lokal auf der Festplatte des Besuchers gespeichert werden.

Mit IE8 kann man leben – als Internet-Besucher sowie als Webdesigner oder Programmierer. Der Browser unterstützt zwar selbst die alten Standards des Webs nur lückenhaft und bestand den Acid-Test (Test auf Standard-Konformität) nur zu 20 Prozent, aber nach IE6 und IE7 waren Designer und Programmierer schon entzückt über diesen kleinen Schritt in Richtung Web-Standards.

März 2011 erschien Internet Explorer 9 für Vista und Windows 7. IE 9 unterstützt HTML und CSS auf dem Stand der Technik und auch Teile von HTML5 – z.B. das Video-Tag aus HTML5, mit dem IE9 Videos ohne Plugin abspielen kann. Sicherheitstechnisch steht IE 9 auf der sicheren Seite (soweit ein Browser überhaupt auf der sicheren Seite stehen kann).

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