Die „Post-PC-Revolution“: Wie sieht die aus?

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Wieder einmal ist die Rede vom Ende des PCs. Andere sprechen von der Post-PC-Revolution. Was ist damit gemeint? Welche Rolle wird der PC in Zukunft haben? Wer oder was wird ihn ablösen? Und was bedeutet das in letzter Konsequenz für die Unternehmens-IT?

Fakt ist, dass die Verkaufszahlen mobiler Endgeräte in den nächsten Jahren die Verkaufszahlen von Desktop-PCs übersteigen werden. Damit wird die Ausrichtung der IT an den mobilen Endgeräten eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre. Smartphones werden schon seit Jahren in hohen Stückzahlen verkauft, aber der Gerätetyp, auf den es wirklich ankommt, sind Tablet-Computer. Im Endeffekt sind für den Umfang und die Komplexität der IT-Strategie die genutzten Daten und Applikationen entscheidend.

Apple hat mit dem iPad in zwei Jahren eines der erfolgreichsten Geräte der IT-Geschichte geschaffen. Im Gegensatz zum Smartphone ist dieser neue Gerätetyp wirklich eine Konkurrenz für traditionelle PCs, da ähnliche Applikationen zur Verfügung stehen und rein theoretisch für viele Mitarbeiter der komplette IT-Bedarf abgedeckt wird. Hinzu kommen viele neue Anwendungen speziell im Bereich Medizin und Logistik, die über PCs nur schwer und unwirtschaftlich abzudecken sind. Diese Erfolgsgeschichte wird weiter gehen. Bisher sind 55 Millionen iPads verkauft, bis zum Jahresende werden es sicher über 100 Millionen sein und in den nächsten 3 bis 5 Jahren werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit die 500 Millionen-Marke durchbrechen. Ein Gerätetyp mit dieser Verbreitung kann von der IT nicht ignoriert werden, er muss in die Unternehmens-Strategie eingearbeitet werden.

Welche Eigenschaften machen die eigentliche Post-PC-Revolution aus? Im Kern steht der Trend zu mobilen Geräten, die folgende Anforderungen erfüllen:

  • einfache Tragbarkeit (Gewicht, Formfaktor),
  • persönliche Geräte auf genau den Bedarf eines Benutzers zugeschnitten („sein“ Gerät),
  • Einfachheit der Nutzung auch für bisher sehr komplexe Anwendungen,
  • Verfügbarkeit von produktiven Business-Anwendungen.

Tatsächlich kann man täglich erleben wie Kollegen oder Freunde, die bisher nur unwillig und mit überschaubarem Erfolg den PC benutzt haben, auf einmal auf einem iPad Applikationen anfassen, die vorher völlig undenkbar gewesen wären. Ein gutes Beispiel ist Adobe Touch. Wer die Probleme des Einstiegs in Photoshop kennt, wird verblüfft feststellen, dass es mit einem neuen Benutzerinterface auf einmal möglich ist, eine der komplexesten Anwendungen Massen-tauglich zu machen. Weitere Beispiele sind das neue iPhoto und iMovie. Auch eine Videokonferenz-Applikation wie FuzeMeeting zeigt, dass es eben doch in einfacher und für jeden verständlicher Form geht.

Trotzdem ist es nach unserer Sicht – das heißt der Sicht von ComConsult Research – falsch, vom Ende des PCs zu sprechen. Der PC so wie wir ihn kennen und auch in seiner neuen Form mit Windows 8 wird noch sehr lange existieren. Aber, und genau darauf kommt es an, er wird dies im Verbund, in Kooperation, mit mobilen Endgeräten machen müssen. Der Begriff Post-PC-Revolution trifft das schon klarer. In Zukunft werden viele Benutzer mit mindestens drei Geräten arbeiten: ihrem Smartphone, ihrem Tablet und ihrem PC. Bei einigen wird noch der Laptop dazu kommen. Auch neue, heute nur in Ansätzen erkennbare Gerätekonzepte mit stärker verteilten Architekturen sind denkbar.

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