Die „Post-PC-Revolution“: Wie sieht die aus?

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Tatsächlich können wir aber bei Apple und Microsoft diesen Trend zur Vereinheitlichung auch der Applikationen beobachten. Beide Unternehmen folgen intensiv dem Trend der Geräte-übergreifenden Benutzer-Erfahrung. Apple hat die Nase vorn, aber Microsoft folgt und wird mit Windows 8 nachlegen. Spätestens dann wird Microsoft auch Office auf den Tablets, mindestens unter iOS verfügbar machen. Warum? Die Antwort ist trivial. Bei einem denkbaren Verkaufspreis von 40 Dollar und 500 Millionen Geräten sprechen wir über ein Umsatzpotenzial von 20 Milliarden Dollar in den nächsten 5 Jahren, Updates nicht eingerechnet. Selbst der sofort erzielbare Umsatz Ende 2012 liegt bei 4 Milliarden Dollar. Interessant wird der Kampf um die Cloud zwischen den beiden Unternehmen werden. Hier werden sich Unternehmen entscheiden müssen, in welchem Umfang unter Berücksichtigung der bereits genannten Argumente diese Dienste in Anspruch genommen werden.

Warum sprechen wir vom iPad, aber nicht von Android-Tablets? Bisher spielen Tablets auf der Basis von Android keine messbare Rolle im Markt. Die meisten der verfügbaren Applikationen basieren auf Smartphone-Apps, die hochskalieren. Gleichzeitig erweitern die Hardware-Anbieter Android, um Alleinstellungsmerkmale zu erhalten. Speziell für komplexere Applikationen ist das nicht frei von Risiken. Vielleicht hat Android 4 eine Chance, dies zu ändern. Aber es wird schwer. Apples Kampfansage mit der Beibehaltung des iPad 2 zu einem reduzierten Preis macht die Luft dünn. Und die Hersteller der Applikationen müssten schon im großen Stil nachziehen, um die 200.000 speziell für das iPad entwickelten Apps zu schlagen. Alles deutet darauf hin, dass Apple im Markt der Tablets auf Jahre seine Dominanz erhalten wird.

Tatsächlich muss man eher spekulieren, ob der Trend zu HTML5-basierten Applikationen auf Dauer als Risiko nicht größer für Apple ist als Android-Apps. HTML5-Applikationen hebeln das Apple-Geschäftsmodell aus. Allerdings haben sie für den Software-Hersteller das Problem des fehlenden Vertriebsweges. Große und bekannte Hersteller wie Adobe haben sicher das Potenzial, auch mit HTML5 erfolgreich zu sein. Ihre Applikationen sind einfach zu bekannt. Außerdem zeigt gerade Adobe wie mit einer Verknüfung von Apps und Web-Applikation ein Mehrwert entstehen kann. Hier wird sich zeigen müssen, ob Google dieser Herausforderung gewachsen ist. Bisher war Google gut im entwickeln neuer Ideen und eher schlecht in der systematischen Weiterentwicklung dieser Ideen. Das reicht zur Konkurrenz gegen führende Software-Hersteller wie Microsoft nicht aus. Wenn Google wirklich gegen Office365 überzeugen will, muss da deutlich mehr kommen.

Fassen wir erst einmal an dieser Stelle zusammen:

  • Es gibt eine Post-PC-Revolution.
  • Der PC wird dabei nicht verschwinden.
  • Die gleichzeitige Nutzung mehrerer und vor allem mobiler Geräte pro Benutzer wird das Normal sein.
  • Die Geräte-übergreifende Benutzer-Erfahrung ist der eigentliche Mega-Trend.
  • Die Bedeutung mobiler Endgeräte wird dabei immer weiter zunehmen.
  • Diese mobilen Geräte werden immer mehr leisten und immer mehr Applikationen übernehmen.
  • Jedes Unternehmen braucht ein Langfristkonzept zum Umgang mit mobilen Geräten.

Damit sind wir genau bei der Frage, was dieser Trend für Unternehmen denn nun bedeutet. Auf den ersten Blick reden wir über den Bedarf für Betriebskonzepte für mobile Geräte. Aber das ist deutlich zu kurz gegriffen. Unternehmen müssen entscheiden, welche Daten und Applikationen auf mobilen Geräten genutzt werden sollen und wie das im Detail aussieht. Dies ist eine enorme Herausforderung und ein komplexer Prozess, an dessen Ende vermutlich eine völlig neue Form von IT stehen wird. Unternehmen sollten davon ausgehen, dass viele der bestehenden Applikationen nicht 1:1 in die Geräte-übergreifende Benutzer-Erfahrung überführt werden können. Mindestens ist eine Cloud-Strategie mit einer Mischung aus privaten und öffentlichen Cloud-Diensten gefordert, die die erheblichen Nachteile von Cloud-Lösungen umgeht (siehe Report „Public und Private Clouds in der Analyse“ von ComConsult Research).

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