iOS 12 bringt Automatisierungsmöglichkeiten auf iOS-Geräte

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Automatisierung ist nicht nur in der Industrie ein großes Thema, auch unter iOS 12 lassen sich Arbeitsschritte und Aufgaben (teilweise) automatisieren. Wiederkehrende Prozesse müssen so nicht immer und immer wieder selbst ausgeführt werden.

Das Versenden von Newslettern, die Navigation zu einem Firmen-Standort, die Ermittlung von Abfahrtzeiten eines bestimmten Bahnhofes oder der automatische Dokumenten-Upload in die Cloud: Solche immer wiederkehrenden Aufgaben können Sie mit iOS 12 nun automatisieren.

Hierzu bietet iOS verschiedene Technologien, die ich Ihnen in diesem Artikel näherbringen möchte.

Siri Shortcuts
Seit iOS 10 können Entwickler Siri in eigene Apps integrieren. Dies war bisher jedoch an verschiedene, sogenannte Domänen, wie Kurznachrichten-Dienste (Messaging), Reservierungssysteme (Ride Booking), Bilddatenbanken (Photo Search), Sportaktivitäten (Workouts), Bezahldienste (Payments), VOIP Telefonate (VOIP Calling), Erstellen / Ergänzen von Notizen (Notes) oder die Anzeige von QR-Code (Visual code) gebunden.

Mit iOS12 können App Entwickler auch sogenannte Custom Intends verwenden, um eigene Sprachinteraktionen anzuprogrammieren. Hier können Entwickler die komplette Siri Interaktion selbst übernehmen. Hierzu geben Entwickler den kompletten Satzbau programmatisch vor und definieren, an welcher Stelle Variablen an den Programmcode übergeben werden (z.B. „Hey Siri, bestelle mir die Suppe name:string und liefere diese zu mir nach adresse:string „) Hier definiert der Entwickler das komplette Interaktionsszenario.

Mit iOS 12 können Entwickler in ihren Apps jedoch auch eine Schaltfläche „Zu Siri hinzufügen“ anbieten. Diese ermöglicht es einem Anwender, Funktionen einer App auf einen Sprachbefehl zu legen. Tippt der Anwender auf die Schaltfläche, kann er direkt einen Sprachbefehl (Phrase) für die hinterlegte App-Funktion definieren. Sie müssen dabei selbst entscheiden, wie dieser Sprachbefehl lauten soll (Bild 1: An verschiedenen Stellen einer App können Entwickler das Definieren von Siri Shortcuts erlauben. Der Anwender erstellt einen eigenen Sprachbefehl, um die dahinterliegende Funktion auszuwählen).

Dies ist für Ihren alltäglichen Handy-Gebrauch interessant, da Sie für so definierte Funktionen und Filter nicht erst eine App öffnen müssen. Sie können diese Aufgabe Ihrem iOS überlassen. Dieses öffnet, nach dem entsprechenden Sprachkommando, die vom jeweiligen App Entwickler hinterlegte Funktion.

Wer also beispielsweise die App „DB Bahn“ nutzt, um eine Verbindung zu einem gewissen Zielbahnhof regelmäßig zu erfragen, kann dies unter iOS 12 mit Siri vereinfachen und einen Sprachbefehl wie „Bahnfahrt nach Stuttgart“ hinterlegen. Wenn Sie wieder nach Stuttgart müssen, können Sie mit dem Siri-Shortcut „Hey Siri, Bahnfahrt nach Stuttgart“ die App sofort aktivieren und die Suche starten (Bild 2: Spricht der Anwender einen definierten Sprachbefehl in Siri ein, wird die zugehörige App-Funktion automatisch ausgeführt).

Alle definierten Siri Shortcuts werden von iOS auf allen iOS-Geräten per iCloud synchronisiert. Dabei erfolgt diese Kommunikation mit der in CloudKit seit längerem integrierten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Obwohl das iOS 12 Update auch für ältere iPhone-Versionen gedacht ist, kann das Siri Shortcuts Feature nur ab dem iPhone 6s verwendet werden.

Mithilfe der Kurzbefehle-App müssen Sie nicht jedes Mal die gleichen Arbeitsschritte auf einem iOS-Gerät tätigen, sondern können sich ganz entspannt zurücklehnen.
Damit iOS 12 dies ermöglicht, benötigen Sie die kostenlos im App Store zum Download zur Verfügung stehende Kurzbefehle-App. Diese bietet direkt die Möglichkeit, verschiedene Prozesse für unterschiedliche Szenarien zu erstellen.

Inhaltlich erlaubt diese App das Ansprechen und Bündeln von (Siri-)Shortcut-Aktionen verschiedener Apps. Auch das Ansprechen von sogenannten x-CallBackURLs ist möglich.

Ziel der x-CallBackURLs ist es, iOS-Entwicklern eine Möglichkeit zur Verfügung zu stellen, um Methoden, die sie anderen (fremden) Apps zur Verfügung stellen wollen, standardisiert freizulegen und zu dokumentieren. Dies hat zur Folge, dass derartige Apps automatisiert mit Daten und Kontextinformationen gestartet werden können. Diese Apps sind nun in der Lage, die Daten zu verarbeiten und einen Rückgabewert an die aufrufende App, in unserem Beispiel die Kurzbefehle-App, zurück zu übergeben.

Derartige Funktionen könnte man vereinfacht auch als App-Microservice bezeichnen. Alle diese Microservices lassen sich nun in der Kurzbefehle-App bündeln und verknüpfen (Bild 3: Ein Arbeitsablauf kann aus mehreren Microservices bestehen. Diese lassen sich per „Drag & Drop“ zusammensetzen.). Grundsätzlich ist ein so definierter Ablauf wie ein Schweizer Taschenmesser zur Erledigung komplizierter Aufgaben.

Es wäre so denkbar, dass Sie damit zukünftig in der Lage sind, Verkehrsmittel und Unterkünfte zu buchen und einen Wecker zur rechtzeitigen Abreise zu definieren.

Das Anstarten eines so definierten Arbeitsablaufs kann auf verschiedene Weise erfolgen. Sie können sich ein Widget ebenso wie ein Homescreen-App-Icon anzeigen lassen. Auch das Starten per Siri ist möglich. Verarbeitet Ihr Arbeitsablauf eingehende Dateien und Dokumente, können Sie diese auch im ShareSheet einblenden lassen (Bild 4: Das Starten der erzeugten Arbeitsabläufe wird per Konfiguration (Sprache, ShareSheet, HomeScreen Icon, Widget Icon) festgelegt).

Ein komplexeres Beispiel zur Mächtigkeit eines Shortcuts ist unter der URL https://www.mobilebox-consulting.de/securecontact-pro-2/arbeitsabläufe-shortcuts/ ein Shortcut verfügbar, der CSV Dateien in Adressbucheinträge Ihres iOS Adressbuchs überführt.

Sie können aber auch bestehende Apps in ihrem Funktionsumfang ergänzen. So können Sie (gleiche URL wie eben) sich einen Workflow herunterladen, der einen vCard QRCode ausliest und an eine App Ihrer Wahl übergibt. So können Adressbuchcontainer-Apps auch mit Kontaktinformationen in QRCodes umgehen, auch dann, wenn der eigentliche Entwickler das gar nicht vorgesehen hat.

iOS im Unternehmen

26.-27.11.18 in Bonn

Mail_ios-unternhemenApple Geräte mit iOS sind im Unternehmensalltag längst nicht mehr wegzudenken. Sie dienen nicht nur der Kommunikation, sondern werden oft für die Bearbeitung von Dokumenten und für den Zugriff auf Unternehmensressourcen verwendet. Im Gegensatz zur klassischen Unternehmens-IT unterliegen diese Geräte einem jährlichen Rhythmus neuer OS-Versionen mit neuen Möglichkeiten – aber auch mit neuen Herausforderungen. Dieses Seminar vermittelt kompakt und intensiv die Eigenschaften von iOS 12 zum sicheren und effizienten Einsatz in Unternehmen.

Der Umgang mit iOS im Unternehmen ist für System- und Netzwerkadministratoren, Security- und Datenschutzbeauftragte, CIOs, CISOs, Mobility-Experten, projektverantwortliche und technische Spezialisten in ihrem Unternehmen wichtig. Das Seminar geht auf technologische Themen ein, behandelt diese jedoch in einer Art und Weise, dass die Teilnehmer in die Lage versetzt werden, für ihr Unternehmen die richtigen Entscheidungen ableiten zu können, ohne zu tief abzutauchen. Herausforderungen für ihr Unternehmen und mögliche Lösungsansätze werden transparent.
Es sind nur sehr wenige Grundkenntnisse notwendig, schwierigere Inhalte werden durch die Herleitung verdeutlicht, so dass alle vermittelten Themen am Ende des Seminars von allen Teilnehmern verstanden werden.

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Ein Kommentar zu "iOS 12 bringt Automatisierungsmöglichkeiten auf iOS-Geräte":

  1. Reibi schreibt:

    Gut strukturiert, sehr verständlich und eine echte Anleitung. Das gefällt mir sehr, sehr gut.

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