Probleme lösen, bevor sie entstehen

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Vorhande Systeme länger nutzen!

Bis vor wenigen Jahren war das proaktive Monitoring von Band-Umgebungen für die Anbieter von Datensicherungssystemen kein Thema, da die Unternehmen stets ihre Bereitschaft signalisierten, einfach immer die modernste Technik neu oder Upgrades dafür zu kaufen, in der Hoffnung, dass sich dadurch Probleme lösen würden. Dieser Weg ist aber angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage nicht mehr gangbar: Man kann nicht ins Dunkle feuern und hoffen, das Ziel zu treffen. Jetzt gilt es vielmehr, die bestehenden Umgebungsbedingungen genau zu untersuchen, die kritischen Bereiche zu erkennen und die zugrunde liegenden Probleme zu lösen. Mit anderen Worten: Probleme lösen, bevor sie entstehen.

Wenn ein Unternehmen die Verbesserung seiner Band-Umgebung plante, lief es üblicherweise so, dass man die Probleme diskutierte und sich die Lösungen der Bandsystem-Anbieter anhörte. Dabei ist natürlich klar, dass die Bandsystem-Anbieter die Anschaffung weiterer Tape-Librarys und die Aufrüstung der Datensicherungsumgebung durch neue Laufwerke empfehlen. Einige dieser Empfehlungen werden die Storage-Administratoren zwar schließlich ins Auge fassen müssen. Fakt ist jedoch auch, dass die meisten Administratoren, die neue Tape-Monitoring-Tools einsetzen, feststellen, dass sie bisher nur einen Bruchteil ihrer vorhandenen Band-Umgebung genutzt haben. Es ist keine Seltenheit, dass in einer Tape-Library mehrere Laufwerke monatelang ungenutzt bleiben und die Laufwerke, die genutzt werden, im Durchschnitt einen Datendurchsatz haben, der nur einem Bruchteil ihrer nativen Datenrate entspricht. Kein Wunder also, dass viele Unternehmen durch die extrem ineffiziente Nutzung ihrer Bandressourcen ihr maximales Backup-Zeitfenster erreichen oder überschreiten.

Insbesondere bei Band-Subsystemen müssen nun Tools implementiert werden, die in der Lage sind, die Aktivität, Effizienz und allgemeine Leistungsfähigkeit des Systems zu überwachen. Tools, die Lese-/Schreibfehler mit den Bandlaufwerken und den Bändern in einen Zusammenhang setzen, um die Fehlerursache zu ermitteln. Darüber hinaus gilt es, die Echtzeit-Auslastung und Leistungsfähigkeit der Bandlaufwerke zu messen und die Lesbarkeit der auf Band gespeicherten Daten zu verifizieren.

Problemfaktoren bei der Bandsicherung

Eines der tiefgreifendsten Probleme bei der Bandsicherung stellt die große Zahl der Faktoren dar, die für einen Fehler verantwortlich sein können. Da wären die Bandmedien, das Bandlaufwerk, die Library, das Netzwerk und der Backup- bzw. Daten-Server: Die wesentliche Frage lautet im Kontext der Bandsicherung: „Was hat den Fehler verursacht? Das Tape oder das Drive?“ Zu häufig ersetzen die IT-Verantwortlichen das Band, da es die Komponente ist, die sich am leichtesten austauschen lässt, und hoffen, dass sich das Problem dadurch erledigt hat. Untersuchungen belegen jedoch, dass in vielen, wenn nicht gar in den meisten Fällen die Ursache des Fehlers bei einem oder mehreren der Laufwerke liegt. Es ist ziemlich schwierig, die betreffenden Laufwerke zu finden, da es durchaus sein kann, dass das defekte Laufwerk ein Band beschrieben hat und ein anderes Laufwerk das Band später, mitunter erst nach vielen Monaten, nicht lesen konnte. Da sich dieses Problem über so lange Zeit erstreckt und mit der Zeit auch noch verstärken kann, ist es für ein Unternehmen unerlässlich, alle an den Schreib-/Lesevorgängen beteiligten physischen Systeme zu überwachen.

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