Probleme lösen, bevor sie entstehen

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Durch die Korrelation der Lese-/Schreibfehler mit den Bandlaufwerken und den Bändern kann der Storage-Administrator die defekten Laufwerke erkennen. Es ist möglich, die defekten Laufwerke und/oder Bandmedien zu erkennen und zu entfernen, bevor sie schwerwiegendere Probleme im Recovery-Fall verursachen können.

Außerdem wird bei einem Laufwerk, das Probleme beim Schreiben der Daten hat (und wiederholt Soft Errors, also Fehler, die im Gegensatz zu Hard Errors noch behoben werden können, verursacht), die Datenübertragung deutlich verlangsamt. Dazu kommt es, weil das Laufwerk (häufig) zurückspulen und neu schreiben muss, um unter der minimal erlaubten Fehlerrate beim Schreiben von Daten bleiben zu können. Das geschilderte Problem bliebe ohne eine Monitoring-Lösung von den IT-Administratoren gänzlich unerkannt – sie würden lediglich feststellen, dass der Backup-Vorgang in der dafür vorgesehenen Zeitspanne nicht abgeschlossen werden konnte, oder dass er wesentlich länger gedauert hat, als erwartet.

Ein weiterer Bereich mit erheblichem Optimierungspotenzial ist der Nutzungsgrad der vorhandenen Bandlaufwerke. Es ist schwierig, jedes Laufwerk immer optimal zu nutzen, da das Datensicherungssystem auf die maximal zu übertragende Datenmenge ausgelegt sein muss. Normalerweise ist die durchschnittlich zu übertragende Datenmenge deutlich geringer, was zur Folge hat, dass Teile des Backup-Systems ungenutzt bleiben.

So wie ein neues Auto nach einer Weile einer Inspektion unterzogen werden muss, so muss auch die Nutzung von Bandlaufwerken einer Inspektion unterzogen werden. In vielen Umgebungen ist es nämlich so, dass Bandlaufwerke scheinbar verloren gehen und monatelang nicht mehr genutzt werden. Bei einem großen Telekommunikationsunternehmen wurden in einem fünfmonatigen Überwachungszeitraum bei sechs (von 47) Laufwerken keine I/O-(Schreib- bzw. Lese-) Prozesse festgestellt. Das bedeutet entweder Einsparmöglichkeiten bei Wartung, Energieverbrauch und Kühlungsbedarf oder bietet die Möglichkeit, das Backup-Fenster den Gegebenheiten neu anzupassen und zu minimieren.

Auch das Gegenteil, wenn nämlich Bandlaufwerke zu stark in Anspruch genommen werden, kann ein Problem darstellen. Es äußert sich in Form von permanentem Datentransfer und/oder übermäßig häufigen Wechseln der Bandkassetten. Jeder Laufwerktyp hat eine bestimmte Duty-Cycle-Rate, die angibt, wie oft auf das Laufwerk zugegriffen werden soll, und die sowohl die durchschnittliche als auch die absolute Anzahl an Kassettenwechseln definiert, für die das Laufwerk ausgelegt ist. Es gibt Umgebungen, bei denen diese Werte höher – in einigen Fällen erheblich höher – liegen, und zwar so hoch, dass die Bandlaufwerke vorzeitig versagen. Aus Anwendersicht scheint das ein Problem der allgemeinen Qualität von Bandsystemen zu sein, obwohl eigentlich das Problem durch eine falsche Nutzung der Geräte verursacht wird.

Ein weiteres Thema, das der näheren Betrachtung bedarf, ist die Datendurchsatz-Performance von Bandlaufwerken. In den meisten Fällen wird das neueste und in Bezug auf den Datendurchsatz und die Bandkapazität größte Bandlaufwerk gekauft. Problematisch ist hierbei, dass die meisten Umgebungen Mühe haben, die Mindestdurchsatzrate zu ereichen, die die neueste Bandtechnik benötigt, um Daten auf das Bandmedium schreiben zu können. Bei allen Bandlaufwerken wird gern auf die native Datenrate und die Kompressionsrate von 2:1 hingewiesen.

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